Erstellt am 13. Juni 2012, 00:00

Unser Mann in Schwechat. INTERVIEW / Finanzvorstand Günther Ofner plaudert mit der BVZ anlässlich der Eröffnung des Skylinks am Flughafen Wien.

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VON DORIS SEEBACHER

Anlässlich der Eröffnung des Skylinks (er wurde nun in „Check in 3“ umgetauft), zieht Günther Ofner erste Bilanz über seinen Job als Finanzvorstand am Flughafen Wien. Am Dienstag vergangene Woche war es soweit. Der viel diskutierte Skylink, der durch Kostenexplosion und Bauverzögerung immer wieder in die Kritik geraten ist, wurde offiziell eröffnet. Mittendrin im Geschehen war natürlich Ofner, der kurz nach drei Uhr früh die ersten eintreffenden Gäste einer Maschine aus Hurghada persönlich begrüßte. Wie waren nun die turbulenten Monate seit seinem Dienstbeginn? „Stressig“, lacht Ofner, aber die Bilanz sei durchaus positiv. „Das Unternehmen befindet sich nun in einem ruhigeren Fahrwasser“. Warum? „Weil wichtige Weichenstellungen erfolgt sind, beginnend bei der Zusammensetzung des neuen Managementteams bis hin zur Kostensenkung“.

Die Kosten – noch vor kurzem war von 830 Millionen Euro die Rede – konnten nun mit 760 Millionen wesentlich niedriger gehalten werden. „Wir haben auch erste Erfolge in Bezug auf Schadenersatz erzielen können und einen Versicherungsvergleich mit der Uniqa erreicht“, so Ofner.

Kosteneinsparung auch  dank flexibler Mitarbeiter

Kosten wurden auch beim Personal eingespart. „Ende 2011 hatten wir 4600 Mitarbeiter“, so Ofner. „Trotz Verdoppelung der Terminalkapazität werden wir heuer sogar um etwa hundert Mitarbeiter weniger haben - ohne Kündigungen.“ Wie das denn funktioniere? „Das verdanken wir der Bereitschaft unserer Mitarbeiter, flexibel zu sein und neue Aufgaben zu übernehmen“, erklärt Ofner. Weiters seien viele Funktionen zentralisiert worden, wie etwa der Einkauf, die Bauabteilung, das Controlling oder die Sicherheitskontrolle.

Der Flughafen ist Arbeitgeber für viele Burgenländer. Laut Ofner stammt etwa ein Viertel der rund 20.000 Mitarbeiter am gesamten Flughafengelände aus dem Burgenland. Und auch die Prognosen für die Zukunft schauen wieder besser aus. „Wir erwarten einen Nettogewinn von 55 Millionen Euro“, so Ofner. „Der Finanzmarkt hat auf unsere Arbeit positiv reagiert.“