Erstellt am 14. Juni 2012, 08:22

Unternehmen bei Investitionen zurückhaltend. Die österreichischen Unternehmen gehen für die nächsten 12 Monate beinahe überall von einer Verschlechterung aus, die Erwartungshaltung ist jedoch nicht mehr so negativ wie Ende 2011, ergibt eine Konjunkturumfrage der Wirtschaftskammer (WKÖ).

Während mehrheitlich wieder eine Erholung der Exportumsätze gesehen wird, zeigt der Trend bei Investitionen und Beschäftigung nach unten. Das Wirtschaftsklima selbst wird unverändert leicht negativ gesehen. Das halbjährlich durchgeführte Wirtschaftsbarometer beruht auf einer Internetbefragung von 2.0000 österreichischen Unternehmen. Die Daten für das Frühjahr 2012 wurden im Mai erhoben.

"Aktuell ist aus den Umfrageergebnissen nicht abzuleiten, ob die Ergebnisse bereits eine Trendwende anzeigen", interpretiert Christoph Schneider, Wirtschaftspolitik-Chef der Kammer. Positiv sei der im Vergleich zu vor sechs Monaten der weniger pessimistische Ausblick. Dieser könne dazu beitragen, "die Erholung zu verstetigen".

Die Unsicherheiten um Eurozone und Konjunktur machen sich besonders bei den Investitionen negativ bemerkbar, die Umfrage zeigt eine "anhaltende Investitionszurückhaltung". Wo Geld ins Unternehmen gesteckt wird, werden hauptsächlich Ersatzinvestitionen getätigt. Freilich wartet die Wirtschaft bereits seit 2009 auf ein Wiederanspringen der Erweiterungsinvestitionen, gibt man in der Industriellenvereinigung zu.

Während im Wirtschaftsbarometer die Zukunftserwartungen zu den Gesamtumsätzen gegenüber der aktuellen Situation fallen, sehen die Unternehmen wieder etwas mehr Geschäft bei den Ausfuhren. Zurückgehen werden in den nächsten 12 Monaten aber die Inlandsumsätze, die Auftragslage, die Beschäftigung, die Kapazitätsauslastung und eben die Investitionen. Bei den Preisen wird eine kaum merkliche Steigerung erwartet.