Erstellt am 11. September 2012, 10:53

Unternehmen melden Auftragsplus. Im Vergleich zum Vorjahr haben die heimischen Unternehmen mehr Aufträge, auch die Zahl der Mitarbeiter entwickelt sich positiv.

 |  NOEN, Christian Ammering (Christian Ammering)
Dennoch bewerten sie die Wirtschaftslage eher schlechter, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des KSV 1870 unter 1.500 Unternehmen hervor. Zwei Drittel rechnen damit, dass sich der Euro-Rettungsschirm ESM negativ auf die österreichische Wirtschaft auswirken wird, nur 11 Prozent erwarten daraus positive Impulse (22 Prozent sehen keine Auswirkungen).

Konkret spüren 29 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung bei der Auftragslage, 22 Prozent eine Verschlechterung, während sich für 49 Prozent nichts verändert hat. Vor allem kleine Unternehmen melden eine Verbesserung. Auch haben 84 Prozent gleich viele oder mehr Mitarbeiter als im Vorjahr. Zugleich sprechen aber 22 Prozent der Befragten von einer Verschlechterung der Wirtschaftslage und nur 11 Prozent von einer Verbesserung - zwei Drittel nehmen keine Veränderung wahr.

Der auf Bonitätsprüfungen spezialisierte KSV kritisiert, dass zwar 65 Prozent der Unternehmen vor Geschäftsabschluss die Bonität ihrer Kunden prüft, aber nur 23 Prozent die weitere Entwicklung langfristig im Auge behält. "Zu Beginn scheint Vorsicht zu herrschen, kaum ist aber die Tinte auf den Verträgen trocken, interessieren sich nur mehr wenige für die Finanzen des Gegenübers. Dies ist bedenklich, da 80 Prozent der Zahlungsausfälle im Bestandskundengeschäft vorkommen", so Roland Führer, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH, in der Aussendung.

Informationen über Kunden und Lieferanten holen sich 41 Prozent durch Geschäftsfreunde oder den Außendienst. 35 Prozent halten das Internet für eine wichtige Quelle, 22 Prozent vertrauen auf die Angaben des Geschäftspartners selbst. Jeder Zehnte informiert sich überhaupt nicht, wobei die Unternehmer in Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland "in diesem Punkt etwas fahrlässiger als Restösterreich" seien.

Soziale Netzwerke liegen als Informationsquellen noch brach. Nur 32 Prozent greifen überhaupt darauf zurück - und das sind überdurchschnittlich häufig große Unternehmen und die Dienstleistungsbranche. Wenn schon soziale Netzwerke genutzt werden, dann zu 73 Prozent primär für Imagezwecke (Werbung/PR) und zu 60 Prozent für Informationsaustausch und Kontaktpflege. Danach folgen erst die Nutzung als Vertriebsinstrument (35 %), als Informationsquelle über andere Unternehmen (37 %) und für die Personalsuche (25 %).

Facebook wird am häufigsten genutzt (77 %) vor Xing (55 %). Weit abgeschlagen ist Twitter mit 18 Prozent, auch hier sind eher große Unternehmen aktiv. Facebook punktet besonders im Handel und bei mittelgroßen bzw. großen Unternehmen. Kleinstunternehmen und Dienstleister nutzen Xing überdurchschnittlich häufig. LinkedIn und Bewertungsplattformen werden von jeweils 16 Prozent genutzt.