Erstellt am 17. Oktober 2011, 12:12

Unternehmer befürchten teurere Kredite. Österreichs Unternehmen befürchten laut Umfrage des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) eine Verteuerung der Kredite. 87 Prozent befürchten, dass Kredite künftig teurer werden. 70 Prozent rechnen mit Zinserhöhungen, 65 Prozent erwarten Aufschläge bei schlechter Bonität. 55 Prozent der Befragten melden allerdings Verhandlungserfolge im Gespräch mit Banken, nur 15 Prozent versuchen es gar nicht.

47 Prozent der Befragten gaben an, eine Kreditaufnahme sei heute schwieriger als vor einem Jahr. 39 Prozent beklagen schlechtere Konditionen, aber knapp die Hälfte (49 Prozent) bezeichnet die Kosten als "noch immer akzeptabel". Über ein Drittel (38 Prozent) befürchtet allerdings, dass Banken versuchen werden, ihre Gewinnspannen durch Aufschläge zu erhöhen. "Seit Krisenbeginn hat sich die Vergabepolitik nachhaltig gewandelt. Im Hinblick auf Basel III und die damit zusammenhängenden verschärften Eigenkapitalvorschriften für Banken ist auch nicht von einer Lockerung auszugehen", so KSV-Vorstand Johannes Nejedlik. Er geht eher von einem neuen Normalitäts-Niveau aus. Unternehmen wüssten, dass eine gute Bonität besonders im Hinblick auf neue Kredite immer entscheidender würde.

Ein Großteil der heimischen Unternehmer fühlt sich allerdings bei seiner Bank in guten Händen. Laut KSV loben 73 Prozent die Beratung und 71 Prozent die laufende Betreuung. Auch die Abwicklung sei flexibel, der Verwaltungsaufwand für die Zusammenarbeit mit der Bank akzeptabel und Entscheidungen fielen schnell. Unzufrieden seien die Befragten mit den Informationen zum Thema Ratingverbesserung. "Dies ist insofern kein gutes Zeichen, als die Bonität der Unternehmen in Zukunft noch stärker die Kreditentscheidung beeinflussen wird als dies schon jetzt der Fall ist", so KSV- Information GmbH-Geschäftsführer Roland Führer.