Erstellt am 01. August 2012, 21:19

US-Notenbank Fed hält an Niedrigzins-Politik fest. Angesichts der schwachen Wirtschaft in den USA mehren sich die Signale für neue Konjunkturmaßnahmen der Notenbank. Wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch in Washington mitteilte, werde sie die weitere geldpolitische Maßnahmen ergreifen, falls dies für eine stärkere wirtschaftliche Erholung nötig sei. Sie formulierte damit ihre Bereitschaft zum Eingreifen klarer als zuvor.

Hintergrund ist die Ansicht des Offenmarktausschusses der Zentralbank, dass die US-Konjunktur im ersten Halbjahr nachgelassen habe. Zudem bestünden weiter "deutliche Abwärtsrisiken".

Vorerst hielt sich der Ausschuss um Notenbankchef Ben Bernanke jedoch mit konkreten Ankündigungen zurück. Die Fed bestätigte lediglich wie erwartet, ihre Niedrigzinspolitik bis Ende 2014 nicht zu verändern. Der Zielsatz liegt weiterhin auf einem Rekordtief zwischen null bis 0,25 Prozent. Die Fed hatte den Satz während der Finanzkrise im Dezember 2008 festgelegt. Auch die Konjunkturmaßnahme "Operation Twist" läuft wie angekündigt bis zum Jahresende weiter. Dabei werden kurzfristig fällige Anleihen gegen langlaufende Papiere getauscht, um Zinsen für langlaufende Kredite zu senken.

Die Finanzmärkte hatten seit Wochen gerätselt, ob die Notenbank ein neues Anleihekaufprogramm starten könnte. Grund sind die schwachen Wirtschaftsdaten. So rechnet das US-Handelsministerium beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal nur noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 1,5 Prozent.

Auch die Arbeitslosigkeit in den USA sinkt zu langsam für eine nachhaltige Wirtschaftserholung. Die Notenbank schätzt, dass die Quote noch bis Ende 2014 bei sieben Prozent oder gar darüber liegen dürfte - derzeit sind 8,2 Prozent der Amerikaner ohne Job. Als Abwärtsrisiken sieht sie die Bankenkrise in der Euro-Zone sowie die Staatsschuldenprobleme in den USA.