Erstellt am 15. Februar 2012, 18:16

VBI für 505 Mio. Euro an russische Sberbank. Die Volksbank International (VBI), Ostbankentochter der defizitären österreichischen Volksbanken AG, ist jetzt russisch. Die russische Sberbank hat am Mittwoch Nachmittag den Kauf in Wien abgeschlossen und die letzten Verträge unterzeichnet.

Als endgültiger Kaufpreis wurden 505 Mio. Euro festgeschrieben. Neuer Aufsichtsratsvorsitzenden der VBI wird der Auto-Manager Siegfried Wolf.

Der VBI-Kauf ist die erste größere Firmenübernahme der Sberbank außerhalb der postsowjetischen Region (GUS). Ohne Rumänien-Bank, die nicht im Deal inkludiert ist, hat die VBI aktuell 295 Filialen und rund 600.000 Kunden. Die VBI mit Sitz in Wien hat auch eine Banklizenz in Österreich.

Der Vorstandschef der russischen Sberbank, German Gref, hat nach dem Kauf der VBI weitere Banken-Käufe in Europa angekündigt. Für Gref hat sich mit dem VBI-Deal ein "europäisches Kapitel" in der Geschichte der russischen Bank eröffnet. Die Sberbank bringt neue Finanzierungen ein und sieht die Akquisition zudem als Plattform für eine weitere Expansion. "Wir denken an potenzielle weitere Übernahmen in diesen Ländern", sagte Gref am Mittwochnachmittag.

VBI-Vorstandschef bleibt weiter Friedhelm Boschert. Boschert sagte, er sei von den Sberbank-Verantwortlichen gefragt worden, ob er bleiben wolle und er freue sich darauf. Gref kündigte zugleich an, dass man russische Manager beiziehen werde. Auch eine Kapitalaufstockung wird es für die VBI geben, um expandieren zu können.