Erstellt am 03. August 2011, 09:52

VCÖ fordert Lkw-Maut auch auf Landstraßen. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert die Ausweitung der Lkw-Maut auf Landstraßen. Lkw nutzten die Fahrbahn rund 35.000 Mal so stark ab wie Pkw, argumentiert der VCÖ und weist darauf hin, dass die Fahrbahnschäden auf den Landesstraßen nicht von den Verursachern bezahlt werden.

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert die Ausweitung der Lkw-Maut auf Landstraßen. Lkw nutzten die Fahrbahn rund 35.000 Mal so stark ab wie Pkw, argumentiert der VCÖ und weist darauf hin, dass die Fahrbahnschäden auf den Landesstraßen nicht von den Verursachern bezahlt werden. Mit einer Ausweitung der Lkw-Maut könnten die knappen Budgets der Länder und Gemeinden entlastet werden.

Zwischen 2002 und 2010 habe die auf der Straße transportierte Gütermenge von 404 auf 479 Millionen Tonnen zugenommen. "Ohne zusätzliche Maßnahmen droht in den kommenden 15 Jahren ein weiterer Anstieg um rund 40 Prozent", warnte VCÖ-Experte Martin Blum am Mittwoch.

2010 hätten die anteiligen Kosten des Lkw-Verkehrs an der Straßenbenützung 3,33 Milliarden Euro betragen, bezahlt habe der Lkw-Verkehr aber über Mineralölsteuer, Lkw-Maut und Kfz-Steuer nur rund 2,43 Milliarden Euro. Die Allgemeinheit sei damit durch die fehlende Kostengerechtigkeit mit rund 900 Millionen Euro belastet worden. Eine Ausweitung der Lkw-Maut auf Landstraßen würde bis zu 500 Millionen Euro jährlich bringen, so der VCÖ.

International gehe der Trend zur Ausweitung der Lkw-Maut auf Freilandstraßen: In der Slowakei sei im Jahr 2010 eine Lkw-Maut eingeführt worden, die neben Autobahnen und Schnellstraßen auch auf größeren Freilandstraßen gelte. In Deutschland werde die Lkw-Maut im nächsten Jahr auf zusätzlich 5.500 Freilandstraßen ausgedehnt. In Frankreich werde im Jahr 2013 die Lkw-Maut auf 15.000 Kilometer Straßen abseits der Autobahnen eingeführt.

Das Wachstum des Lkw-Verkehrs könne nur durch gerechte Transportpreise gebremst werden, dies zeige auch eine Studie des Verkehrsministeriums. Durch mehr Kostengerechtigkeit im Lkw-Verkehr würden demnach im Jahr 2025 um 54 Millionen Tonnen weniger Güter auf der Straße transportiert werden als ohne Maßnahmen. Gleichzeitig würden durch gerechtere Transportpreise mehr Güter auf die Schiene verlagert.