Erstellt am 07. September 2011, 13:00

Veit Sorger will Totalprivatisierung der Telekom. Der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, spricht sich für eine völlige Privatisierung der derzeit teilstaatlichen Telekom Austria aus.

Eine komplette Privatisierung könnte "über die Börse oder über einen strategischen Partner" erfolgen. "Das würde mehr Transparenz und Kontrollierbarkeit bringen", so Sorger im "WirtschaftsBlatt". Derzeit hält die Staatsholding ÖIAG 28,42 Prozent.

Von einem Austausch der Telekom-Aufsichtsräte, wie ihn Anlegervertreter Wilhelm Rasinger wegen der Korruptions- und Kursmanipulationsaffäre gefordert hatte, hält Sorger wenig. Es sei zwar möglich, dass bei der Zahlung von "nicht ganz verständlichen Beraterhonoraren" zu wenig kontrolliert wurde, räumt der IV-Präsident ein. "Raffinierte kriminelle Machenschaften sind auch für Aufsichtsräte nur schwer zu entdecken."

Auch einen Aufsichtsratswechsel bei der ÖIAG und eine gesetzliche Änderung des Bestellungsmodus, wie von der SPÖ gefordert, lehnt Sorger ab: "Da ist jeder eine herausragende unternehmerische Persönlichkeit - auch wenn fast alle kein Parteibuch haben."

Rosen streut Sorger auch ÖIAG-Chef Markus Beyrer, der jahrelang als Generalsekretär in der IV an Sorgers Seite tätig war. Beyrer habe die volle Unterstützung der Industrie. "Ich gehe davon aus, dass er die Aufarbeitung mit aller Konsequenz vorantreiben wird".

Unterdessen berichtete die "Kärntner Krone", dass der ehemalige Fußball-Bundesligist SK Austria Kärnten von der Telekom Austria rund 500.000 Euro erhalten hat. Allerdings nicht als klassisches Sponsoring, sondern für den Ankauf von Kartenkontingenten, berichtete die Zeitung. Für den Kartenkauf habe es keine Werbeleistung gegeben, erklärte Ex-Austria-Präsident Mario Canori.

Die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser hatte vergangene Woche von einem Mail berichtet, wonach der FC Kärnten 500.000 Euro von der Telekom erhalten haben soll. Der FC Kärnten hatte dies zurückgewiesen, man habe nie einen Euro von der Telekom erhalten.