Erstellt am 01. Juni 2011, 13:41

Verbund-Chef rechnet mit steigenden Strompreisen. Der Präsident des Branchenverbandes Oesterreichs Energie, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber, rechnet im Gefolge des von Deutschland beschlossenen Atomausstiegs mit einem kontinuierlichen Anstieg der Strompreise.

Der Präsident des Branchenverbandes Oesterreichs Energie, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber, rechnet im Gefolge des von Deutschland beschlossenen Atomausstiegs mit einem kontinuierlichen Anstieg der Strompreise. "Es ist offensichtlich, dass der Strom nicht billiger wird", sagte Anzengruber am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Brüssel.

Als "Blut unseres Wirtschaftswachstums" müsse Strom aber leistbar bleiben, daher müsse die Energie-Effizienz besser werden. "Wir werden mittelfristig einen Anstieg der Strompreise sehen", sagte Anzengruber. Dies habe sich bereits nach dem deutschen Moratoriumsentscheid zur Abschaltung von sieben Atomkraftwerken gezeigt. Er erwarte keine Riesensteigerung, sondern eher ein kontinuierliches Klettern der Strompreise.

Für 30 bis 40 Jahre würden Gaskraftwerke als Brückentechnologie für den Wechsel zu erneuerbare Energien gebraucht. Diese könnten rasch gebaut werden und seien klimafreundlicher als Kohlekraftwerke.

Bis 2020 sieht Anzengruber ein Ausbaupotenzial von 7 Terawattstunden (TWh) für Wasserkraft in Österreich, ohne dass Projekte in Nationalparks oder in sensiblen Donauräumen verfolgt werden müssten. Dies entspreche etwa 10 Prozent des heutigen Gesamtenergieverbrauchs. Während EU-Energiekommissar Günther Oettinger den Investitionsbedarf in neue europäische Energienetze in den nächsten zehn Jahren auf 600 Mrd. Euro und in die Energieerzeugung auf 500 Mrd. Euro schätze, würden in Österreich rund 15 Mrd. Euro für den Ausbau und für die Effizienzsteigerung bestehender Anlagen benötigt.