Erstellt am 21. September 2012, 09:29

Verbund-Chef will Steuer auf Stromfresser-Geräte. Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber tritt für eine neue Abgabe auf ineffiziente Elektrogeräte mit hohem Stromverbrauch ein. Damit sollte ein Fonds zur Finanzierung von Energieeffizienz-Maßnahmen gespeist werden, sagte er im "Presse"-Interview.

"Derjenige, der die Energie benötigt, sollte einen Anreiz haben, weniger zu verbrauchen. Wer stark energieverbrauchende Geräte hat, soll für diese also entsprechend mehr bezahlen", so Anzengruber, der dies als "eine intelligent gemachte Strom-Normverbrauchsabgabe auf neue Geräte" bezeichnet: Denn: "Warum verändere ich mein Verhalten. Entweder aus Schmerz oder aus Lust. Entweder es ist teuer, wenn ich mehr verbrauche. Oder ich habe einen Vorteil, wenn ich weniger verbrauche."

Gebe man dem Konsumenten die Möglichkeit, zu sehen, was er verbraucht, dann gebe man ihm auch die Chance, etwas zu sparen. "Außerdem", so der Verbund-Chef, "hätten die Kunden durch die Geräteabgabe die Möglichkeit, sich darauf einzustellen, da sie nur für neue Geräte gilt. Will ich die Fußball-WM auf einem großen Plasma-TV mit hohem Stromverbrauch sehen, dann muss ich halt dafür bezahlen."

Laut den Vorschlägen für ein neues Energieeffizienz-Gesetz in Österreich sollen ja nach bisherigen Informationen die Versorger selbst in einen solchen Fonds für energiesparende Zwecke einzahlen, wenn es ihnen nicht gelingt, ihre Kunden zum Energiesparen zu bewegen. "Geradezu skurril" hatte laut Donnerstag-"Kurier" die erste Reaktion Anzengrubers gelautet, dass die Versorger ihre eigenen Kunden zwingen sollten, zum Beispiel einen energiesparenden Kühlschrank zu kaufen. Das könne wohl nicht Aufgabe der Versorger sein, meinte er.