Erstellt am 19. September 2012, 07:49

Verbund könnte Türkei-Engagement 2013 ausbauen. Der Verbund ist offenbar doch nicht bereit, sich aus dem Wachstumsmarkt Türkei zurückzuziehen, sondern erwägt sogar weitere Investitionen in dem Land.

Österreichs führender Stromkonzern könnte dort 2013 gemeinsam mit dem Partner Sabanci ein weiteres Wasserkraft-Ausbauprogramm im Rahmen des EnerjiSA-Joint-Venture fixieren, hieß es aus Konzernkreisen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die noch für heuer erwartete weitere Marktliberalisierung attraktive Strompreis-Gestaltungsmöglichkeiten in der Türkei biete. In dem Fall könnte nächstes Jahr über die bereits geplanten - und ausfinanzierten - 5.000 Megawatt Wasserkraft-Leistung hinaus über ein zweites Ausbauprogramm bis zum Jahr 2020 entschieden werden, das die Errichtung von zusätzlichen 2.500 bis 5.000 MW vorsehen könnte.

Das konkrete Volumen hänge unter anderem davon ab, ob die Marktparameter eher die Bereitstellung von Grundlast oder den Bau leicht regelbarer Anlagen nahelegen. "Es müssen vielleicht nicht nochmals 5.000 MW sein, es könnten auch 2.500 reichen."

Gemeinsam mit der türkischen Sabanci-Gruppe treibt der Verbund im 50:50-Joint-Venture EnerjiSA seit Jahren ein ehrgeiziges Wasserkraft-Programm voran, bei dem in der Vergangenheit vor allem die Partner aufs Tempo gedrückt hätten: "Wachstum und Investitionen sind dort alles". Mittlerweile habe sich das aber geändert, wurde versichert: Im Mischkonzern der Sabancis gebe es Geldbedarf für Investitionen auch in anderen Sparten, deshalb habe der türkische Partner bei der Energie den Druck etwas zurückgenommen.

In den türkischen Strommarkt ist der Verbund vor fünf Jahren eingestiegen. Ende Juni verfügte die Enerjisa Enerji Üretim A.S. über rund 1.690 MW installierte Leistung. Derzeit sind dort 12 Kraftwerke mit 1.700 MW Leistung in Bau, hieß es im Verbund-Halbjahresbericht. Bis zum Jahr 2015 sollen rund 5.000 MW installiert sein, lautete seit Jahren das Ziel.