Erstellt am 17. April 2013, 11:17

Verbund kritisiert EU-Beschlusss zu CO2-Handel. Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber übt Kritik an der mehrheitlichen Ablehnung einer Verknappung der CO2-Emissionszertifikate durch das EU-Parlament.

Damit sei den damit verknüpften "Ökologisierungs- und Nachhaltigkeitsbemühungen kein guter Dienst" erwiesen worden, sagte Anzengruber am Mittwoch vor Beginn der Verbund-Hauptversammlung.

Mit diesem unerwarteten Beschluss des EU-Parlaments von Dienstag werde klarerweise die Stromerzeugung aus Braunkohle begünstigt, sagte der Chef des führenden heimischen Stromkonzerns, dessen Eigenerzeugung zu 90 Prozent aus Wasserkraft stammt. Eine rasche Reparatur des Emissionshandelssystems (ETS), das jetzt "noch toter" sei, erwartet Anzengruber trotz entsprechender politischer Ankündigungen um Bestrebungen in diese Richtung - etwa von der irischen Ratspräsidentschaft - nicht. Eine verlorene Schlacht bedeute aber noch keinen verlorenen Krieg, so Anzengruber.

Auch die Verbund-Aktie war am Dienstagnachmittag - wie die Titel anderer Versorger, etwa E.ON und RWE - nach dem EU-Parlaments-Nein nach unten geprügelt worden. An der Börse gingen sie mit 16,18 Euro um fast 7 Prozent tiefer aus dem Handel.

Mittwochfrüh knüpften die Verbund-Aktien an ihre Vortagesverluste an und gaben in der ersten Handeslsstunde um 0,19 Prozent auf 16,15 Euro nach. Mit der Zertifikate-Verknappung hätten Investitionen in umweltschonende Technologien rentabler werden sollen. Da diese Rechnung so nicht aufgeht, sackte am Dienstagnachmittag auch der Strom-Großhandelspreis (forward) zeitweise auf unter 40 Euro je MWh ab, den niedrigsten Stand seit 2005. Und auch die Zertifikatspreise verfielen auf unter 3 Euro pro Stück, also pro Tonne CO2.