Erstellt am 27. Oktober 2011, 09:26

Verbund nach drei Quartalen mit weniger Gewinn. Der börsenotierte Stromkonzern Verbund hat in den ersten drei Quartalen einen niedrigeren Konzerngewinn verbucht, beim operativen Ergebnis aber zugelegt. Kraftwerke wurden um einige hundert Millionen Euro neu bewertet.

Das Konzernergebnis sank um 6,2 Prozent auf 313,3 Mio. Euro und war von negativen Bewertungseffekten und Fremdwährungsverlusten belastet, teilte der Verbund ad hoc mit.

Der Wert der Wasserkraftwerke habe sich nach dem Atomausstieg Deutschlands nachhaltig positiv verändert. Zudem geht man von einem weiterhin positiven Umfeld für erneuerbare Energien aus. Daher seien das Donaukraftwerk Freudenau sowie die Laufkraftwerksketten Mittlere Salzach und Obere Drau, die 1998 um 480,9 Mio. Euro abgewertet worden waren, auf ihre Werthaltigkeit geprüft worden. Die nun ermittelte Wertaufholung (Zuschreibungsgebot) betrage insgesamt 312,6 Mio. Euro. Das in Bau befindliche Gas-Kombikraftwerk in Mellach wurde dagegen zum 30.9.2011 abgewertet. Die Wertminderung betrage 110,3 Mio. Euro.

Das operative Ergebnis stieg unbereinigt um 35,5 Prozent auf 847,6 Mio. Euro. Bereinigt um die insgesamt positiven Ergebnisse der Werthaltigkeitsprüfungen liege es trotz der schwachen Wasserführung um 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Dies sei im Wesentlichen auf interne Kosteneinsparungen, eine höhere Erzeugung aus thermischen Kraftwerken sowie auf höhere Strompreise am Spotmarkt zurückzuführen, so der Verbund.

Die Wasserführung sei in den ersten drei Quartalen um 12 Prozent unter dem vieljährigen Durchschnitt und um 9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert gelegen. Die Erzeugung aus Wasserkraft sank um 7,9 Prozent auf 18.883 GWh, jene aus Wärmekraft stieg hingegen um 17,4 Prozent auf 3.478 GWh. Der Umsatz stieg um 16,7 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro.