Erstellt am 17. August 2011, 00:00

Verdacht im Burgenland. TELEKOM-AFFÄRE / Zwei Burgenländer werden verdächtigt, von Kursmanipulationen der Telekom-Aktie profitiert zu haben.

Seit Wochen kursieren in allen österreichischen Medien Berichte über die sogenannte Telekom-Affäre. Siebeneinhalb Jahre ist es nun her, dass der Burgenländer Johann Wanovits in seiner Funktion des Bankvorstandes der Euro Invest Bank AG der Telekom und auch sich selbst, zu hohen Bonuszahlungen verholfen haben soll. Wanovits soll in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Bank zwei Minuten vor Börsenschluss noch 900.000 Telekom-Aktien gekauft haben. Dadurch stieg der Aktienwert gerade so hoch, dass die damaligen Telekom-Manager und Führungskräfte Bonuszahlungen in Höhe von 8,7 Millionen Euro erhalten haben sollen. Er selbst soll dabei laut Nachrichtenmagazin Profil etwa 600.000 Euro bekommen haben.

Wer ist eigentlich  Johann Wanovits?

Der 1958 geborene Wanovits studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuni Wien. Nach einer Bankausbildung machte er sein Hobby „Wertpapiere“ zum Beruf und gründete 1989 die Euro Invest Bank. Weiters ist Wanovits im Vorstand des       burgenländischen und des österreichischen Blasmusikverbandes sowie als Obmann des Prüfungsausschusses im Gemeinderat von Steinberg-Dörfl tätig. Dort genießt er einen Ruf als überkorrekter Prüfer. „Er holt jedes.

Detail bei der Rechnungsprüfung hervor“, lobt etwa Gemeinderatskollege Peter Leidl. Er selbst traue ihm keine krummen Geschäfte zu. Ob es Konsequenzen, wie beispielsweise einen Ausschluss aus dem Gemeinderat, geben werde? Derzeit sei das laut Leidl alles noch kein Thema. Auch der im selben Dorf wohnende Leykam-Aufsichtsratschef Anton Schubaschitz traut seinem Jugendfreund keine illegalen Transaktionen zu. „Ich kenne seine Geschäfte zwar nicht, aber der Josef ist ein tadelloser Bursche“, lobt er Wanovits.

Einer der damaligen Telekom-Manager ist der aus Mannersdorf an der Rabnitz stammende Josef Trimmel. Von ihm ist nur wenig bekannt. Laut Bürgermeister Rudolf Draskovits sei er zwar im Ort gemeldet, aber nur sehr selten dort anzutreffen. Auch bekleide er – im Gegensatz zu Wanovits – keine Funktionen im Gemeinderat oder in anderen Vereinen. Trimmel gilt im Ort als „honorige Persönlichkeit“, so der Bürgermeister.

Aufgedeckt wurde die Affaire im Zuge der BUWOG-Ermittlungen, als bei Hausdurchsuchungen des Lobbyisten Peter Hochegger eine Rechnung der Euro Invest in Höhe von 170.000 Euro gefunden wurde – offiziell für eine Studie über erneuerbare Energien.