Erstellt am 17. April 2013, 19:17

Verdi droht erneut mit Warnstreiks bei Lufthansa. Bei der AUA-Mutter Lufthansa bahnen sich weitere Streiks an. Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete das am Mittwoch unterbreitete Tarifangebot des Unternehmens für rund 33.000 Beschäftigte als "Skandal" und "Provokation".

Es sei jetzt mit erneuten Arbeitsniederlegungen zu rechnen, kündigte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Verdi, Christine Behle, nach Ende der dritten Verhandlungsrunde an.

Verdi wolle Streiks aus Rücksicht auf die Passagiere frühzeitig bekanntgeben. Die Beschäftigten hatten bereits am 21. März rund 700 Flüge ausfallen lassen.

Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer verteidigte seine Offerte mit einer Laufzeit von 29 Monaten und abgestuften Gehaltserhöhungen für verschiedene Beschäftigtengruppen. "Mit diesem Angebot in einem Gesamtvolumen von bis zu 2,7 Prozent für die Deutsche Lufthansa AG und bis über 3 Prozent bei der Lufthansa Technik leisten wir einen konstruktiven und differenzierten Beitrag, der die wirtschaftliche Situation des Lufthansa-Konzerns sowie seiner Geschäftsfelder reflektiert", erklärte Lauer.

Die Lufthansa sei grundsätzlich auch zur Beschäftigungssicherung bereit. Dies sei aber abhängig von Beiträgen der Beschäftigten zum laufenden Sparprogramm.

Verdi-Verhandlungsführerin Behle sieht die Arbeitgeber nach wie vor am Zug: "Die Arbeitgeber haben es nach wie vor in der Hand, die Situation zu entschärfen und die Weichen in Richtung einer Lösung zu stellen", betonte sie. Sie warf dem Unternehmen vor, mit den Ängsten der Beschäftigten zu spielen, wenn keine Aussagen zur Beschäftigungssicherung gemacht würden. Verdi verlangt für die Beschäftigten neben den Jobgarantien 5,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Mit einem Abschluss war am Mittwoch nicht gerechnet worden, zumal laut Gewerkschaft bereits zwei weitere Verhandlungstermine bis in den Juni vereinbart sind.