Erstellt am 17. Dezember 2014, 02:08

Allergene zum Menü. Auf Speisekarten gibt’s die Buchstaben A bis R, Allergene werden gekennzeichnet, Wirte sehen es mit gemischten Gefühlen.

Perfekt. Thomas Roznyak präsentierte bei den ersten Weihnachtsfeiern schon die neue Karte.  |  NOEN, Foto: Estl
Seit wenigen Tagen müssen Gastronomen in ihren Speisekarten Allergene kennzeichnen. Wer sich also über die Buchstaben neben dem geliebten Schnitzerl gewundert hat – es geht wohl um eine Zutat, die bei manchen Menschen eine Allergie hervorrufen könnte. Die wichtigsten Stoffe, die Allergien auslösen können, sind mit Buchstaben von „A“, wie glutenhaltiges Getreide bis „R“, wie Weichtiere, umgesetzt.

Konkret geht es um 14 Haupt-Allergene. In Österreich ist die Verordnung allerdings entschärft worden. Franz Perner, zuständiger Spartenobmann in der Wirtschaftskammer Burgenland, erklärt: „Bei uns ist es so, dass der Gastronom den Gast auch mündlich über die Zutaten informieren kann.“

Gast und Wirt bleiben im Gespräch

Den Vorteil sieht er darin, dass Gast und Wirt im Gespräch bleiben: „Sonst könnte es sein, dass der Kunde auf den ersten Blick nichts Passendes in der Karte findet und wieder geht. So kommen die beiden ins Gespräch und der Wirt kann sich ganz genau über die Wünsche und Bedürfnisse seines Gastes informieren.“

Diese Ausnahmeregelung gilt nur bis Dezember 2015. Wer sich dann nicht an die schriftliche Kennzeichnungspflicht hält, dem droht eine Strafe bis zu 50.000 Euro. Ganz wichtig ist es Perner auch darauf hinzuweisen, dass von der Regelung wirklich alle betroffen sind: „Ausgenommen sind lediglich Feuerwehrfeste.“

"Für Verantwortlichen irrsinnig aufwendig"

Die Gastronomen sehen die neue Aufgabe mit gemischten Gefühlen, Thomas Roznyak, Wirtshaus zum Roznyak in Lackendorf meint: „Ich bin zwei Wochen im Büro gesessen, habe jedes Gericht rezeptiert und geschaut, welche Stoffe in den jeweiligen Zutaten drinnen sind. Es sind vierzehn Stoffe vorgegeben worden. Das ist für den Verantwortlichen, meistens den Chef, irrsinnig aufwendig.“

Laut Roznyak steht im Raum, dass 2016 auch die Nährwerte ausgewiesen werden müssen. „Sollte das so sein, dann wird das ein Problem werden. Das werden wir nicht schaffen. Ich persönlich vermute, dass uns die Industrie dahin bekommen möchte, Fertigware zu kaufen. Man bekommt ja auch jedes Produkt allergenfrei.“ Alfred Bandat, Geschäftsführer des Florianihofs in Mattersburg, sieht das ähnlich: „Dass diese Kennzeichnung kommen wird, war eigentlich schon länger kommuniziert, die Gastronomen wussten also Bescheid. Das Negative daran ist der Mehraufwand, der für die Wirte dadurch entsteht.“