Erstellt am 13. Juni 2012, 15:37

Verschlimmerung der Schuldenkrise träfe Tourismus. Eine Verschlimmerung der europäischen Staatsschuldenkrise hätte einer Studie zufolge katastrophale Folgen für den Tourismus in Europa.

Vor allem die Hotelbranche und die Fluggesellschaften müssten erhebliche Einbußen hinnehmen, weil die Menschen in schwierigen Zeiten ihre Reisebudgets kürzten, heißt es in einer veröffentlichten Studie des Marktforschungsunternehmens Euromonitor International.

Für ein Worst-Case-Szenario, in dem die Eurozone auseinanderbricht und die Wirtschaft deutlich schrumpft, sagen die Marktforscher für 2012 einen Einbruch der Tourismuseinnahmen in den Ländern der Eurozone von 17,3 Prozent voraus. In dem Fall, dass Griechenland aus der Eurozone austritt und die Folgen für die Konjunktur weniger gravierend sind, würden die Einnahmen um 4,4 Prozent sinken.

Zwar kämen auch immer mehr Touristen aus Schwellenländern wie Russland, China oder Brasilien nach Europa und der schwache Euro könnte auch Reisende aus den USA anlocken. Das würde aber bei weitem nicht den Einbruch im Geschäft mit Touristen aus der Eurozone selbst wettmachen, heißt es in der Studie.

Viele Menschen würden angesichts knapper Kassen Urlaub im eigenen Land machen und auch preiswertere Unterkünfte buchen. Insofern müsste sich die Hotelbranche im schlimmsten Fall auf ein Einnahmenminus von 15 Prozent, die Fluggesellschaften sogar auf ein Minus von fast 20 Prozent gefasst machen. Im Fall eines Ausstiegs Griechenlands schätzen die Experten von Euromonitor das Einnahmenrückgang für Hotels auf 3,6 Prozent, für Fluggesellschaften auf 5 Prozent.