Erstellt am 23. Juni 2012, 14:14

Versicherungsmakler sollen Provisionen offenlegen. Versicherungsvertreter sollen künftig beim Abschluss von Verträgen den Kunden mitteilen, wie hoch ihre Provision bei diesem Geschäft ist. Nach Angaben der EU-Kommission vom Samstag sieht dies der Entwurf für eine Richtlinie vor, die EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier am 3. Juli vorstellen will.

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Das "Schutzniveau" für Verbraucher müsse erhöht werden - unabhängig davon, ob dieser einen Versicherungsvertrag direkt beim Unternehmen oder bei einem Vermittler abschließe.

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" kommt dieser Vorschlag für die mehr als 250.000 deutschen Versicherungsvermittler einer "Kulturrevolution" gleich. Bisher müssten sie nur auf Nachfrage ihre Provision aufdecken. Dem deutschen Wirtschaftsmagazin zufolge gehen Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner die Vorschläge allerdings nicht weit genug: Sie wolle Versicherungsvermittler, die nur auf Basis eines festen Entgelts arbeiten dürften.

Die Reform der Versicherungsrichtlinie ist nur ein Teil eines größeren Pakets. Es solle das Vertrauen der Bürger in die Finanzmärkte wieder herstellen, erklärte die Kommission. Barnier will auch, dass Finanzprodukte für Kleinanleger mit klareren, kürzeren und vergleichbareren Informationen verkauft werden. Dann könne jeder die Chancen und Risiken besser verstehen.

Auch eine Novelle der Richtlinie über Investmentfonds wird am 3. Juli vorgelegt. Sie sieht vor, dass verlorene Anlagen so rasch wie möglich mit Anlagen von gleichem Wert ersetzt werden und dass die Manager durch ihre Gehaltsstrukturen nicht zu übergroßen Risiken verleitet werden.