Erstellt am 14. Mai 2012, 10:18

voestalpine treibt internationales Wachstum voran. Der börsenotierte Stahl- und Technologiekonzern voestalpine feilt derzeit am strategischen Masterplan für die kommende Dekade - spätestens bis Jahresende liegt die Linie vor.

"Wir werden in den kommenden vier bis fünf Jahren einen nächsten Investitionsschwerpunkt setzen, nachdem wir die vergangenen drei Jahre auf der Bremse gestanden sind", sagte Konzernchef Wolfgang Eder im Gespräch.

Die rund vier Milliarde Euro schwere Übernahme des Edelstahlkonzerns Böhler-Uddeholm aus dem Jahr 2007 sei "verdaut". Der Umsatz soll sich bis 2020 dank weiterer Übernahmen und Investitionen auf 20 Mrd. Euro fast verdoppeln.

Derzeit erzielt die voestalpine mit der Stahldivision ein Drittel der Verkaufserlöse, die weiteren drei Unternehmensbereiche - Edelstahl, Metal Forming (vormals Automotive und Profilform) und Bahnsysteme - stellen bereits zwei Drittel des Umsatzes. "Die Relation wird sich weiter zugunsten der drei Verarbeitungsdivisionen verschieben", kündigte Eder "ein etwas überproportionales Wachstum" in diesen Bereichen an.

Beim Gearing (Nettoverschuldung in Prozent des Eigenkapitals) liege die voestalpine aktuell "deutlich unter 60 Prozent" - Tendenz weiter sinkend. "Auch vor diesem Hintergrund können wir uns in den kommenden Jahren - selbst bei einem gedämpften Konjunkturklima - wieder mehr leisten", so Eder. Im vorigen Geschäftsjahr 2010/11 hatte sich der Verschuldungsgrad des Unternehmens im Jahresabstand von 71,3 auf 57,8 Prozent verbessert. "Wir haben immer gesagt, 30 bis 70 Prozent sind unproblematisch", betonte der voestalpine-Chef.

Das kurz vor der Finanzkrise 2007/08 angedachte Projekt "Edelweiß", ein zweites Stahlwerk (zusätzlich zu Linz) am Schwarzen Meer, in das ebenfalls Milliarden geflossen wären, wird es definitiv nicht geben. "Sicher ist: Das Edelweiß ist endgültig verwelkt", bekräftigte Eder, denn im Gefolge der Krise 2008/09 hätten sich "zu viele Rahmenbedingungen stark verändert".