Erstellt am 26. September 2011, 15:51

voestalpine will für Schienenkartell büßen. Der in ein Schienenkartell verstrickte Stahlkonzern voestalpine hat der Deutschen Bahn umfassende Aufklärung der illegalen Machenschaften sowie eine zügige Entschädigung angeboten.

 Damit wolle das oberösterreichische Unternehmen einen Großauftrag retten und bei der Ausschreibung des Schienenbedarfs der Bahn für 2012 mitbieten.

Der Auftragswert bewege sich im dreistelligen Millionenbereich. Die voestalpine hatte gemeinsam mit dem deutschen Stahlriesen ThyssenKrupp und anderen Herstellern jahrelang Mengen und Preise auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Hauptgeschädigte ist die Deutsche Bahn. Sie bestellt rund 200.000 Tonnen Schienen pro Jahr.

Die abgekarteten Preise sollen um rund 30 Prozent über dem regulären Niveau gelegen haben. Die Deutsche Bahn soll allein im vergangenen Jahrzehnt um bis zu 1 Mrd. Euro zuviel bezahlt haben. Das Kartell bestand mindestens seit 1998 und soll im privaten Bahnsektor noch bis zum Einschreiten der Kartellwächter bestanden haben.

Die Ermittlungen des deutschen Kartellamts und der Staatsanwaltschaft Bochum laufen seit April auf Hochtouren. Auslöser waren eine anonyme Anzeige sowie eine Selbstanzeige der voestalpine. Der ThyssenKrupp und der voestalpine drohen Strafzahlungen im dreistelligen Millionenbereich. Die Voest hofft auf Kronzeugenstatus, also straffrei zu bleiben, obwohl sie stark vom Kartell profitiert hat. Sie hatte über die Hälfte des Bahnbedarfs abgedeckt. Die Deutsche Bahn wird Schadenersatzforderungen stellen. Im Raum stehe bis zu 1 Mrd. Euro.