Erstellt am 22. Januar 2016, 08:36

von NÖN Redaktion

Vollversammlung des Rübenbauernbundes. Die Rübenbauern trafen sich um die aktuelle Lage im Burgenland zu besprechen.

Zweiter Landtagspräsident Ing. Rudolf Strommer, Dr. Andreas Unger (LBG), BM a.D. Nationalrat Dipl.-Ing. Niki Berlakovich, Dipl.-Ing. Ulrich Fischer (Agrana), Rübenbauernbundpräsident Ök.-Rat Johann Wurzinger, Rübenbauernbundpräsident Österreich Dipl.-Ing. Ernst Kapfinger, Rübenbauernbundvizepräsident Stefan Karall, LK-Präsident Ök.-Rat Franz Stefan Hautzinger, Aufsichtsratsvorsitzender des Rübenbauernbundes Ök.-Rat Gerhard Aibler, Kammer- und Rübenbauernbunddirektor Prof. Dipl.-Ing. Otto Pieler und Bürgermeister LAbg. Markus Ulram  |  NOEN, zvg
Die Zuckerrübenbauern beklagen den Sommer 2015 mit seiner extremen Hitze und Trockenheit.

„In den Nicht-Beregnungsgebieten mussten wir bis zu 30 % Ertragseinbußen hinnehmen und in den beregneten Gebieten war der Aufwand um mehr als 500 Euro pro ha höher als im Durchschnitt der Jahre. Extrem niedrige Zuckerpreise auf dem Europäischen Markt führen zu Einkommensverlusten bei den heimischen Rübenbauern“, so der Präsident des Burgenländischen Rübenbauernbundes, Ök.-Rat Johann Wurzinger, bei der Vollversammlung des Bundes.

Die Bauern befürchten eine sinkende Rüben- und damit auch eine sinkende Zuckerproduktion. Wurzinger: „Für den Konsumenten könnte dies längerfristig zu Unsicherheiten in der Versorgung mit naturfreundlichem und nachhaltig produziertem Zucker kommen.“

Die Folge von so angespannten Produktionsbedingungen und zum Teil nicht kostendeckenden Preisen könnte laut Wurzinger einen noch schnelleren Strukturwandel - Bauernsterben - zur Folge haben, daher sollten dringend Rahmenbedingungen verbessert werden, um ein ausreichendes Einkommen in der Landwirtschaft zu gewährleisten

Der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Franz Stefan Hautzinger sagte: „Die Agrareinkommen haben in den letzten vier Jahren sukzessive abgenommen. Neben den Schweine- und Milchbauern gehören auch die Rübenbauern, nicht nur durch die Reformen der EU, zu den am schwersten betroffenen Gruppen. Im letzten Jahr hat trotz Rekordernte die europäische Zuckerwirtschaft 5 Mrd. verloren, die zu ca. einem Drittel die Rübenbauern und zu zwei Dritteln die Zuckerfabriken getragen haben.“

Die Nutznießer wären in erster Linie die Zuckerverarbeiter, weil der Konsument weder bei zuckerhaltigen Lebensmitteln noch bei Getränken eine Verbilligung verspürte.

Hautzinger betonte: „Gesunde Lebensmittel, regional erzeugt, brauchen einen gerechten Produzentenpreis. Wir müssen alle gemeinsam dafür sorgen, dass die Abhängigkeit durch weiteren Rückgang der Produktion nicht wächst und wir mit qualitativ unsicheren Produkten unsere Teller füllen müssen. Letztendlich sind neben den Bauernhöfen auch sehr viele Arbeitsplätze davon betroffen. Die burgenländischen Bauern produzieren nach höchsten Qualitäts- und Umweltstandards und dafür darf ich mich als Präsident auch bedanken.“