Erstellt am 27. Januar 2012, 12:37

Vor Einigung mit Griechenland über Schuldenerlass. Die Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und Privatgläubigern über einen Schuldenerlass für das Land stehen nach Angaben von EU-Währungskommissar Rehn kurz vor dem Abschluss.

"Wir sind einer Einigung sehr nahe", sagte Rehn am Freitag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Wenn es nicht schon am Freitag eine Einigung gebe, dann am Wochenende oder vorzugsweise noch im Jänner.

Auch die deutsche Regierung erwartet einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Regierungssprecher Seibert äußerte sich am Freitag in Berlin diesbezüglich zuversichtlich. Rehn warf Seibert vor, mit Aussagen über einen höheren Finanzbedarf in Griechenland unnötig Verwirrung zu stiften. Spekulationen dieser Art machten derzeit keinen Sinn. "Sie sind eigentlich eher geeignet, Verunsicherung zu schüren", kritisierte Seibert.

Eine wesentliche Voraussetzung für neue Hilfen an Griechenland ist die Beteiligung der privaten Gläubiger. Darüber führt der Internationale Bankenverband IIF derzeit Verhandlungen in Athen. Parallel muss die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds der Regierung in Athen bescheinigen, dass die geforderten Reformen auf Kurs sind. Erst dann kann neues Geld fließen. Nach derzeitigem Stand ist ein Paket von 130 Mrd. Euro geplant. Griechenland braucht im März die nächste Tranche in Milliardenhöhe, andernfalls wäre das Land pleite.