Erstellt am 19. Januar 2011, 00:00

Vorsichtiger Optimismus. PROGNOSE 2011 / Die Zahl der Arbeitslosen wird nur mehr leicht ansteigen, dafür steigt aber auch die Zahl der Beschäftigten.

IV-Präsident Werner Frantsits kritisiert in seiner Neujahrsrede die magere Forschungs- und Entwicklungsquote von 0,59 Prozent im Burgenland und rät: „Der Fördertopf ist reichlich gefüllt und enthält bevorzugt Mittel für Forschung und Entwicklung.“DORIS SEEBACHER  |  NOEN
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VON DORIS SEEBACHER

2010 hat sich die Konjunktur im Burgenland gegenüber dem Vorjahr deutlich erholt. Die Zahl der Arbeitslosen ist um 500 zurückgegangen, „liegt aber mit durchschnittlich 7.800 noch immer um fast 600 über dem Wert von 2008“, so AMS-Chefin Helene Sengstbratl.

Rückläufig ist auch die Kurzarbeit. Derzeit macht nur mehr ein Unternehmen im Südburgenland mit 17 Personen davon Gebrauch.

Arbeitsmarktliberalisierung  und Facharbeitermangel

Die Prognose für die Zukunft: Die Zahl der Beschäftigten wird auf 92.000 ansteigen, leider aber auch die Zahl der Arbeitslosen (im Durchschnitt um 100 Arbeitslose mehr als 2010).

Keine Befürchtungen hegt Sengstbratl gegenüber der Arbeitsmarktliberalisierung im Mai. Sie gibt jedoch zu, dass es unter gering Qualifizierten und in jenen Bereichen, die bisher durch Übergangsfristen besonders geschützt waren (beispielweise im Tourismus), zu einem verstärkten Wettbewerb kommen könnte. Und bei den qualifizierten Facharbeitern gebe es nicht nur im Burgenland, sondern im gesamten Grenzraum einen Mangel.

Das kritisiert auch die Industriellenvereinigung Burgenland (IV). „Der Facharbeitermarkt in Ungarn ist leer gefegt. Die guten Leute sind auch dort schon lange ganz woanders hingegangen“, schimpft IV-Präsident Werner Frantsits. „Unsere Unternehmen suchen engagierte Lehrlinge und Facharbeiter – und keiner meldet sich“, lautet seine aktuelle Bilanz.

Burgenländer planen  Mehrausgaben für 2011

Die Burgenländer selbst sehen der Zukunft positiv entgegen. Aus einer aktuellen Studie der Generali-Versicherung geht hervor, dass für 2011 jeder fünfte Burgenländer Mehrausgaben für Wohnen (20 Prozent) und für den Urlaub (19 Prozent) einplant.