Erstellt am 18. April 2012, 00:00

Vorwürfe gegen BEGAS. BEREICHERUNG? / Sonderprüfung im Energiekonzern – beurlaubter BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl nimmt dazu Stellung.

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VON DORIS SEEBACHER

Knalleffekt zweieinhalb Monate vor Fusion von BEWAG und BEGAS: Hier treten gerade Ereignisse in Erscheinung, die abschließend noch ein schlechtes Licht auf den BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl werfen könnten.

Die Vorwürfe: Simandl und andere Mitarbeiter hätten beispielsweise Sachgüter und Dienstleistungen über die BEGAS gekauft, die den Angestellten vom Bruttogehalt abgezogen wurden, was einer bis zu 50prozentigen Steuererleichterung entsprach. Derzeit wisse man jedoch noch nicht, ob es den gefestigten Verdacht einer strafbaren Handlung überhaupt gäbe, so BEGAS-Aufsichtsratspräsident Klaus Mezgolits.

Vom BEGAS-Aufsichtsrat wurde nun am Montag eine aktienrechtliche Sonderprüfung angeordnet. „Falls Schäden auftreten, werden wir sie wieder gutmachen“, verspricht Mezgolits, betont jedoch, dass aus heutiger Sicht kein Schaden für das Unternehmen entstanden sei. Geprüft werden die letzten zehn Jahre, somit die Vorstände Simandl und Leopold Buchmayer und der vorherige BEGAS-Vorstand und jetzige BEWAG-Vorstand Reinhard Schweifer sowie Prokuristen und Geschäftsführer.

Warum dem Aufsichtsrat nichts aufgefallen sei? „Die BEGAS ist keine Würstelbude“, verweist der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Günter Toth auf die Größe der BEGAS. „Mit dem Ankauf eines Autos befasst sich der Aufsichtsrat nicht“.

Simandl: „Bei Steuerprüfung  gab es nie Beanstandung“

Simandl dazu: „In der momentanen Situation kann ich nichts sagen“. Nur so viel: „Wir haben zweimal eine Steuerprüfung gehabt und es gab nie Beanstandungen“. Wer ihn angeschwärzt habe? Vermutlich jemand aus dem eigenen Haus, so Simandl. Er selbst hat bis zur vollständigen Klärung des Sachverhalts eine vorläufige Beurlaubung angeboten, die das Aufsichtsratspräsidium angenommen hat.

Kein Kommentar  von allen Seiten

BEWAG-Vorstand Michael Gerbavsits möchte zu dieser Sache kein Kommentar abgeben. „Das sei Angelegenheit der BEGAS“, lässt er ausrichten. Und auch Reinhard Schweifer, ehemaliger BEGAS-Vorstand und nun BEWAG-Vorstand, sagt nichts dazu. Die Fusion BEWAG mit BEGAS sei davon nicht betroffen. Leopold Buchmayer, neben Simandl zweiter Vorstandsdirektor der BEGAS: „Kein Kommentar.“ Und Josef Kaltenbacher, BEWAG-Aufsichtsratsvorsitzender, meint: „Die BEGAS hat richtig gehandelt und nun die richtigen Schritte gesetzt“.