Erstellt am 19. April 2016, 15:56

von APA/Red

Versicherungswirtschaft sucht 100 neue Mitarbeiter. Rund 700 Menschen sind im Burgenland derzeit bei Versicherungsunternehmen beschäftigt.

 |  NOEN, Walter Luger

Weil die Branche stetig wachse, werden rund 100 neue Mitarbeiter gesucht, das sei ein Zehntel aller im Burgenland in einem Jahr entstehenden Arbeitsplätze, so Alfred Vlcek, Vorsitzender der Fachvertretung der Versicherungsunternehmen in der Wirtschaftskammer Burgenland, am Dienstag in Eisenstadt.
 
Im Vorjahr sei die Versicherungswirtschaft in Österreich um etwa 1,7 Prozent gewachsen, die Prämieneinnahmen erreichten 17,4 Mrd. Euro, erläuterte Vlcek. Im selben Zeitraum wurden fast 15,4 Mrd. Euro an Versicherungsleistungen ausbezahlt, was eine Steigerung um 9,2 Prozent bedeute. Im Burgenland stiegen die Prämien 2015 um 5,4 Prozent auf 593 Mio. Euro. Der Anteil am gesamten österreichischen Prämienaufkommen betrage etwa 3,4 Prozent.

Neueinsteiger erwarte während der Einarbeitung in den Job in den ersten Monaten eine Basisausbildung mit Verkaufstrainings und Produktschulungen. Diese Grundausbildung dauere vier bis fünf Monate, erläuterte Gerold Stagl, Landesdirektor der Wiener Städtischen. Begleitend dazu werde bei Verkaufschecks das fachliche Wissen und die verkäuferische Tätigkeit überprüft. In den ersten zwölf Dienstmonaten gibt es für die neuen Mitarbeiter außerdem eine Begleitung durch ein "Profi Coaching".
 
Zur Ausbildung von Mitarbeitern wurde die Bildungsakademie der Österreichischen Versicherungswirtschaft (BÖV) ins Leben gerufen. Die Vorbereitungsdauer für die schriftlich und mündlich abzulegende Prüfung - zu den Fächern zählen etwa Recht, Versicherungskunde, unternehmerisches Basiswesen und Steuerrecht - betrage acht bis zwölf Monate, so Stagl. Nach Abschluss der Ausbildung lautet die Berufsbezeichnung geprüfter Versicherungsfachmann bzw. geprüfte Versicherungsfachfrau.
 
Man wolle die neuen Mitarbeiter fachlich gut vorbereiten, damit sie Kompetenz zeigen können. "Klinkenputzen, Anklopfen und Kaltadressen besuchen - diese Zeiten sind schon lange vorbei", sagte Stagl. Gesucht würden Menschen mit Erfahrung aus allen Branchen - "auf alle Fälle Leute, die gut vernetzt sind, die kommunikativ sind". Auch nach der BÖV-Prüfung seien Weiterbildungsmodule möglich. Außerdem gebe es die dreijährige Lehrausbildung zum Versicherungskaufmann bzw. zur Versicherungskauffrau.
 
Die meisten Neueinsteiger seien überrascht, wie viel man im Zuge der Grundausbildung lernen müsse, meinte Gerhard Tomasitz, Leiter der Allianz-Landesdirektion im Burgenland. Die zeitliche Flexibilität in diesem Berufszweig habe viele Vorteile. Auf der anderen Seite müsse man als Verkäufer "dann zu seinen Kunden gehen, wenn die Zeit haben" - und das sei oft am Abend oder am Wochenende.
 
Entsprechend dem Kollektivvertrag liege das Mindestgehalt bei 1.809 Euro zwölfmal im Jahr. "In Wirklichkeit gibt es kein Limit nach oben", meinte Tomasitz. Zielgruppen bei der Mitarbeitersuche seien "alle jene, die diesen Beruf als wichtige Aufgabe sehen, die Spaß haben, draußen zu sein, Leute zu beraten". Gute Erfahrungen habe man auch mit Wiedereinsteigerinnen.