Erstellt am 14. August 2012, 14:32

Warnung vor weltweiter Lebensmittel-Preiskrise. Die Verantwortlichen des UNO-Welternährungsprogrammes (WFP, UN World Food Programm) warnen vor einer neuerlichen weltweiten Lebensmittel-Preiskrise binnen weniger Jahre.

"Die neuesten Ernteaussichten lassen das Schlimmste befürchten: Der Welt droht die dritte Preiskrise für Nahrungsmittel in nur fünf Jahren", sagte Ralf Südhoff, Leiter des WFP im deutschprachigen Raum, am Dienstag.

"Dies trifft Millionen Menschen umso härter, da sie keine Chance hatten, sich von den vorherigen Krisen zu erholen", fügte Südhoff hinzu. Die neuesten Ernteprognosen aus den USA ließen aufgrund der dortigen Rekorddürre dramatische Ernteausfälle und weltweit explodierende Getreidepreise befürchten. "Die weltweit gut gefüllten Getreidelager dürften heuer wegen der weitreichenden Minderernten spürbar ausgeräumt werden", sagte der Präsident der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien, Josef Dietrich, kürzlich zur APA.

Laut WFP geht das US-Landwirtschaftsministerium nach neuesten Prognosen von einem Minus bei der Maisernte von 17 Prozent aus. Die USA sind der weltweit größte Produzent und Exporteur von Mais. Nach Angaben der Weltbank ist der Maispreis seit Juni dieses Jahres bereits um 45 Prozent gestiegen.

Der Weizenpreis ist im selben Zeitraum um 50 Prozent explodiert. Dafür sind Ernteausfälle von Europa - in Österreich wurde laut AMA mit 2,3 Mio. Tonnen die magerste Getreideernte seit 40 Jahren eingefahren - bis nach Kasachstan verantwortlich, so das WFP.

Der Getreidepreisindex der Vereinten Nationen ist alleine im Juli um knapp 40 Prozent auf 260 Punkte geklettert. Er lag damit höher als der Jahreswert 2008 - als die Welternährungskrise begann und laut UN weltweite Hungerrevolten zur Folge hatte.

Die Getreide-Rekordpreise haben eine direkte Auswirkung auf bis zu 80 Prozent der gesamten Menschheit. Folglich steigende Nahrungsmittelpreise träfen vier von fünf Menschen weltweit unmittelbar und gefährdeten ihre Ernährung.