Erstellt am 20. Februar 2013, 00:00

Was der Winter kostet. Schneeräumung /  Fünf Millionen Euro sind pro Jahr für den Winterdienst im Land reserviert. Während die Rechnung in der Straßenbauabteilung noch stimmt, klagt so manche Gemeinde.

Es war bereits die zweite Ausnahmesituation in diesem Jahr: Nach den starken Schneefällen der Vorwoche war die Landesstraßenverwaltung wieder einmal im Dauereinsatz: Rund 300 Mitarbeiter kämpften insgesamt 12.000 Arbeitsstunden lang gegen die Schneemassen.

Von extremen Bedingungen und von überdurchschnittlich schwierigen Einsätzen sprechen deshalb sowohl Alexander Rüdiger Knaak im Bau- und Betriebsleistungszentrum Nord als auch sein Kollege im Südburgenland, Erwin Pausz.

Im üblichen Winter-Durchschnitt liegt man laut Baudirektor Johann Godowitsch aber immer noch – und zwar, was die Kosten angeht. Die liegen jährlich bei rund fünf Millionen Euro (siehe Infobox) und das sollte sich laut Godowitsch auch in diesem Winter ausgehen, wenn nicht noch weitere Wetter-Extreme eintreten.

„Gigantische Arbeit“ auch in den Gemeinden

Doch nicht nur die Straßenverwaltung des Landes hatte ihre Mühe mit dem Schnee – auch die Gemeindearbeiter waren allerorts beinahe rund um die Uhr auf unterwegs. In der Anzahl der Kilometer, die abseits der Landesstraßen geräumt und bestreut werden müssen, liegt man in den Kommunen in etwa gleichauf. Und deshalb betonen sowohl Gemeindebund-Präsident Leo Radakovits als auch GVV-Präsident Ernst Schmid, welch „gigantische Arbeit“ hier jeden Winter geleistet wird.

Sorgen macht den Kommunen eher die Finanzierung, die aufgrund der Schneemassen heuer noch erheblich steigen könnte, wie man befürchtet.

Dabei greifen immer mehr Gemeinden auf die Unterstützung von Dienstleistern wie dem Maschinenringservice Burgenland zurück. Dessen Ziel ist es wiederum, wie Geschäftsführer Franz Reichardt sagt, unter anderem zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für Landwirte zu schaffen.
 


Zahlen & Fakten

  • Der Winterdienst kostet dem Land durchschnittlich fünf Millionen Euro (60 Prozent Personalkosten, 25 Prozent Streumittel, 15 Prozent Fahrzeugkosten).
  • Pro Winter werden im Land 12.000 Tonnen Salz und 8.000 Tonnen Streusplit verbraucht. Rund 60.000 Schneestangen werden aufgestellt.
  • 370 Mitarbeiter sind mit 78 Fahrzeugen auf rund 3.600 Kilometern im Einsatz.
  • Pro Quadratmeter Straße wird in etwa ein Teelöffel Salz gestreut.