Erstellt am 25. Mai 2016, 00:14

von Alexandra Gollubics-Prath

Was verdienen Sie?. Eine Broschüre durchleuchtet die Einkommenssituation der Burgenländer. Wer gut verdient, holt sich's bei den Nachbarn.

Präsentation: AK-Präsident Alfred Schreiner, Gabi Tremmel (l.) und Stefanie Kern.  |  NOEN, Foto: Gollubics-Prath

Wer im Burgenland wohnt, hat laut Statistik mit durchschnittlich 2.245 Euro ein gutes Monatseinkommen — damit liegt das Burgenland im Österreichvergleich an zweiter Stelle, erklärt Stefanie Kern von der Arbeiterkammer.

Viel davon scheint jedoch aus Wien importiert, relativiert Kern, denn das mittlere Einkommen aller im Burgenland Beschäftigten mache 506 Euro weniger aus. „Damit liegen die Arbeitnehmer im Burgenland an letzter Stelle im Bundesländervergleich“, so Kern.

Die Zahlen sind aus einem neuen statistischen Handbuch zum heimischen Arbeitsmarkt. „Das monatliche mittlere Einkommen betrug im Jahr 2014 im Burgenland 1.739 Euro. Damit liegen die Arbeitnehmer im Burgenland an letzter Stelle im Bundesländervergleich. Das burgenländische Einkommen belief sich auf gerade einmal 84 Prozent des österreichischen Durchschnitts von 2.078 Euro“, sagt Kern.

Am meisten verdienen die Burgenländer im Bezirk Eisenstadt. Es ist ein Nord-Süd-Gefälle bei den Einkommen zu erkennen. Angesichts des Unterschieds zwischen den wohnort- und arbeitsortbezogenen Einkommen im Burgenland liegt die Interpretation nahe, dass die Burgenländer ihre relativ hohen Einkommen aus Wien „importieren“. Laut AK-Präsident Alfred Schreiner hänge das mit der Konkurrenz durch Arbeitskräfte aus dem EU-Ausland zusammen.