Erstellt am 31. Januar 2012, 08:13

Wasserkraft-Katalog von Berlakovich fertig. Umweltminister Berlakovich hat den mit Spannung erwarteten Kriterien-Katalog für einen umweltschonenden Ausbau der heimischen Stromerzeugung mit Wasserkraft fertig.

Umweltminister Berlakovich hat den mit Spannung erwarteten Kriterien-Katalog für einen umweltschonenden Ausbau der heimischen Stromerzeugung mit Wasserkraft fertig. Der Katalog soll Behörden in den Genehmigungsverfahren, aber auch Kraftwerksbetreibern im Planungsstadium als Entscheidungsgrundlage dienen, ob ein Projekt energiewirtschaftlich, ökologisch und wasserwirtschaftlich geeignet ist.

"Wir brauchen einen Wasserkraftausbau, aber nicht um jeden Preis", sagte der Umweltminister im Gespräch mit der APA: "Das Ergebnis bringt viele Interessen unter einen Hut."

Der mit NGOs (Umweltverbänden), E-Wirtschaft und Vertretern der Länder erarbeitete Wasser-Katalog solle Projektwerbern schon im Vorfeld als "Checklist" dienen, ob es sich lohne, bestimmte Vorhaben zu verfolgen. Es stehe aber jedem Projektanten frei, dennoch seine Wünsche einzureichen, "denn ein Behördenverfahren ersetzt der Katalog nicht". Verhindern ließen sich aber lange und teure Verfahren.

Mit großen Einschnitten beim heimischen Wasserkraft-Potenzial rechnet Berlakovich aufgrund des Wasser-Leitfadens nicht. Er verweist auf die gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister erarbeitete Energiestrategie 2020, die zur Wasserkraft bis zum Jahr 2015 in Österreich ein Ziel von 3,5 Terawattstunden (TWh) vorsieht, davon 2 TWh durch Kleinwasserkraftwerke. Die 3,5 TWh bis 2015 sind die Hälfte der bis 2020 geplanten 7 TWh, die bereits 2008 von der E-Wirtschaft und dem Wirtschaftsminister - im sogenannten "Masterplan Wasserkraft" - als wirtschaftlich machbar dargestellt wurden. Die Wachau oder auch "Hainburg" blieben dabei unangetastet.

Sogenannte "No-go-Areas" für den Neubau von Wasserkraftwerken, wie dies NGOs wiederholt forderten, hat Berlakovich schon früher abgelehnt - er wolle lieber eine Einteilung in "sensible und weniger sensible Gebiete". Natürlich wäre es möglich, laut dem Katalog mehr oder weniger sensible Gebiete zu definieren und auch eine Art "Landkarte" zu erstellen, räumt der Minister jetzt ein, doch sei es am sinnvollsten, konkrete einzelne Projekte zu prüfen.