Erstellt am 12. März 2014, 12:09

Wasserqualität in Podersdorf und St. Andrä laut EU mangelhaft. Im Mai veröffentlicht die Europäische Union ihren Bericht über die Badewasserqualität. Das Burgenland hat dabei wenig Grund zur Freude.

Aufgrund einer neuen Berechnungsmethode haben der Neusiedler See im Strandbereich Podersdorf und der Zicksee in St. Andrä ein "Mangelhaft" erhalten, teilte Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Illmitz mit.

Auch die Vögel rund um den See sind Thema

Die Berechnungsmethode der EU sieht vor, dass die Daten fünfmal im Jahr gezogen werden, erklärte Herbert Szinovatz von der Abteilung 9 - Wasser- und Abfallwirtschaft im Land. Daran hat sich auch nichts geändert, aber "heuer ist es erstmalig so, dass über vier Jahre gemeinsam die Situation betrachtet wird".

Danach folge die statistische Auswertung, die eben nun "die Problematik" ergeben und ein "mangelhaft" für Podersdorf und St. Andrä bedeutet habe, so Szinovatz.

Auslöser bzw. Ursache für die Grenzüberschreitungen können laut dem Experten etwa große Regenereignisse sein. "Dann kann es zu einer kurzfristigen Verschmutzung kommen", sagte Szinovatz. Aber auch die Vögel rund um den See seien ein Thema, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass über die Tiere "was reingekommen ist".

Maßnahmen: Desinfektionsanlage und Forschungsauftrag

Ein weiterer Punkt sei eine Kläranlage in Podersdorf: "Diese Kläranlage in Podersdorf funktioniert an sich sehr gut und wird dreimal von der Gewässeraufsicht geprüft und es gibt schon seit 20 Jahren eine Desinfektionsanlage. Wir sind jetzt hergegangen, nachdem nicht ganz klar ist, was die Ursache ist, dass wir sofort nachgesetzt haben und mit der Gemeinde Podersdorf beschlossen haben, dass eine neue Desinfektionsanlage sofort eingebaut wird", berichtete Szinovatz. Diese soll in den nächsten drei Wochen installiert werden, noch vor der heurigen Badesaison soll alles funktionieren.

Die neue Desinfektionsanlage, deren Kosten von der Gemeinde getragen werden, ist eine von mehreren getroffenen Maßnahmen. Zusätzlich wurde ein Forschungsauftrag an die Uni Wien erteilt, um etwa rauszufinden, ob die Ursache beim Menschen oder beim Tier liege. Weiters werden Netze im Badebereich aufgestellt, um das Badegewässer vom Natur-Tier-Bereich zu trennen, sagte Szinovatz.

Badegäste via Internet informieren

Die maßgebliche Maßnahme sei jedoch eine 14-tägige Untersuchung durch die Biologische Station Illmitz, die seit Februar läuft. Man wolle Transparenz und künftig die Badegäste sowohl im Internet als auch im Strandbereich über die Wasserqualität informieren, so die Verantwortlichen.

Auch nach Vorliegen der Beurteilung "mangelhaft" habe man sofort Nachuntersuchungen eingeleitet, die "das negative Ergebnis in diesem Bereich nicht bestätigen konnten", erklärte Liegenfeld.

Es bestehe "überhaupt keine Panik"

Die Einstufung "mangelhaft" bedeute noch lange nicht, "dass man dort nicht sorgenfrei und ungestört und ohne Sicherheit baden" könne, erläuterte der Leiter der Biologischen Station Illmitz, Thomas Zechmeister, der mit seinem Team für die Probenentnahme verantwortlich ist.

Es bestehe "überhaupt keine Panik, weil es sind Schmutzindikatoren, aber nicht Indikatoren für konkrete Krankheiten". "Wir sind hier guter Dinge, auch künftighin unseren Gästen einwandfreie Gewässerqualität garantieren zu können", so Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ).