Erstellt am 19. April 2011, 13:12

Wegen Inflation: Österreichern droht heuer Kaufkraftverlust. Den Österreichern droht heuer wegen der hohen Inflation ein Verlust der Kaufkraft.

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Nominell dürfte diese zwar um 2,5 Prozent steigen, bei einer erwarteten Teuerung von mindestens 2,6 Prozent zeichnet sich nach zwei Jahren der realen Kaufkraftsteigerung aber ein Minus im Geldbörsel ab. 2010 und 2009 gab es für die Österreicher indes einen realen Kaufkraftzuwachs, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie von RegioData hervor.

Im Krisenjahr 2009 lag die Kaufkraftsteigerung nominell bei einem Prozent, wegen einer Inflation von nur 0,5 Prozent legte diese auch real zu. 2010 lag der reale Kaufkraftzuwachs sogar bei 0,6 Prozent. Viele europäische Länder hätten in den beiden Jahren einen teils dramatischen Rückgang der Kaufkraft hinnehmen müssen, heißt es in einer Aussendung. Dieser Trend werde heuer unterbrochen: "Angesichts der erwarteten Jahresinflation von rund 2,6 Prozent, vielleicht sogar noch höher, rechnen wir mit einem realen Rückgang der Kaufkraft", so RegioData-Sprecher Mark Ruhsam.

Im Moment sei die Teuerung vor allem auf die hohen Preise für Nahrungsmittel, Verkehr und Energie zurückzuführen. Sollte dies so bleiben, erwarten die Marktforscher eine rückläufige Konsumentwicklung. Ausgaben für Produkte wie Kleider und Möbel, aber auch für Reparaturen und Urlaube würden dann immer öfter aufgeschoben.

Schon jetzt spüre der Einzelhandel die Verschiebung der Haushaltsausgaben in Richtung Fixkosten. 1990 seien von 100 Euro noch 40 Euro in den Einzelhandel geflossen. Dieser Anteil sei mittlerweile auf 31 Prozent gesunken. "Dieser Trend, der nicht nur Österreich betrifft, ergibt sich durch Verschiebung der privaten Konsumausgaben zugunsten teurerer Lebenshaltungskosten", so Ruhsam. Da die Kaufkraft in den letzten Jahrzehnten in Österreich mit wenigen Ausnahmen aber kontinuierlich gestiegen sei, hätten sich die Ausgaben auch in Richtung Freizeit und Luxus verschoben.

Im Bundesländervergleich liegt Wien mit 104,4 Indexpunkten (2011) und 19.140 Euro pro Kopf (2010) nach wie vor an erster Stelle der Kaufkraft-Rangliste. Salzburg liegt aber nur noch 0,2 Indexpunkte oder 40 Euro dahinter. An der dritten Stelle liegt Niederösterreich mit einer Kaufkraft von 18.900 Euro pro Einwohner und 103,1 Indexpunkten. Die restlichen Bundesländer lagen unter dem Österreich-Schnitt von 100 Punkten bzw. 18.330 Euro. Schlusslicht ist das Burgenland mit 94,3 Indexpunkten und 17.290 Euro pro Einwohner, knapp davor liegt Kärnten mit 17.320 Euro.

Allerdings seien die Abstände zwischen den Bundesländern noch nie so gering gewesen, so RegioData. Am stärksten habe sich im vergangenen Jahr Oberösterreich entwickelt. Dort betrug der Kaufkraftzuwachs 2,9 Prozent. Auch im Burgenland, Kärnten und der Steiermark - die drei Bundesländer mit der geringsten Kaufkraft - wuchs die Kaufkraft mit jeweils 2,8 Prozent überdurchschnittlich. Unter dem Österreich-Schnitt von 2,5 Prozent entwickelten sich Salzburg (plus 1,9 Prozent), Wien (plus 2,0 Prozent), Vorarlberg (plus 2,1 Prozent) und Tirol (plus 2,3 Prozent).

Bei der Gliederung nach Bezirken liegen Arm und Reich nahe beieinander: Der mit Abstand kaufkraftstärkste Bezirk Österreichs ist der erste Wiener Gemeindebezirk. Jeder Einwohner verfügte dort im vergangenen Jahr über 39.068 Euro an Kaufkraft, der dreizehnte Wiener Bezirk folgte dahinter mit 25.292 Euro. Stärkster Bezirk außerhalb Wiens ist Mödling (Platz vier). An letzter Stelle des Rankings liegt heuer der fünfzehnte Wiener Bezirk. Rudolfsheim-Fünfhaus wurde von Feldbach, Lienz und Zwettl überholt.