Erstellt am 30. April 2013, 13:54

Weniger Agrarförderungen für heimische Betriebe. Die Anzahl der heimischen Groß-Förderbezieher von EU-Agrargeldern ist im vergangenen Jahr um rund 9 Prozent gesunken.

337 Betriebe, Vereine und andere Institutionen, etwa Stiftungen, erhielten im Wirtschaftsjahr 2012 (Oktober 2010 bis Oktober 2011) mehr als 100.000 Euro an EU-Agrarförderungen. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 waren es noch 370 gewesen.

Die höchste Fördersumme erhielt wie schon 2011 die Genussregionen Marketing im Rahmen der "Investitions-und Regionaloffensive" mit 2,75 Mio. Euro. Sie betreibt die Marke "Genuss Region Österreich" mit mehr als 100 Genussregionen. Auf Rang 2 bei den Agrarförderungen liegt das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) Steiermark mit 2,69 Mio. Euro. Sogenannte "Marktordnungszahlungen" erhielten die weiteren Top-5-Förderbezieher, die Erzeugerorganisation Obst Partner Steiermark mit 2,62 Mio. Euro, die Agrarmarkt Austria Marketing mit 2,32 Mio. Euro und die Wiener Genossenschaft LGV Frischgemüse 2,01 Mio. Euro.

Ebenfalls in den Top 10 ist der Waldverband Tirol mit 2,34 Mio. Euro Agrarsubventionen. Über diesen Verein werden EU-Förderungen für Waldbesitzer - etwa für Aufforstung - abgerechnet. Auf den weiteren Rängen folgen das Ländliche Fortbildungsinstitut Österreich mit 1,87 Mio. Euro, der Salzburger Nationalparkfonds mit 1,73 Mio. Euro und die Ländlichen Fortbildungsinstitute Oberösterreich und Niederösterreich mit 1,68 Mio. Euro bzw. 1,64 Mio. Euro.

Seit 2011 werden nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) Agrarförderungen an Bauern aus Datenschutzbedenken nicht mehr veröffentlicht. Seit Dienstag sind aber die Subventionen an juristische Personen auf wieder einsehbar. Von den ungefähr 140.000 heimischen Förderempfängern, die pro Jahr zusammen rund 1,8 Mrd. Euro erhalten, sind für das EU-Wirtschaftsjahr 2012 nur 4.745 (2011: 4.843) sogenannte "Leistungsempfänger" in der Transparenzdatenbank öffentlich angeführt.