Erstellt am 10. Januar 2014, 13:09

Weniger Insolvenzen, mehr Betroffene. Im Burgenland ist im Vorjahr die Zahl der Insolvenzen laut der am Freitag präsentierten Bilanz der Arbeiterkammer (AK) zwar zurückgegangen. Die Zahl der Betroffenen hat jedoch zugenommen.

Während 2013 mit 195 Unternehmen um 19 Betriebe weniger in die Pleite schlitterten als im Jahr davor, ist die Zahl der von der AK betreuten Mitarbeiter von 992 auf 1.221 gestiegen.

Jahr der Großinsolvenzen von dayli und Alpine

Ein Grund für den Anstieg liege in Großinsolvenzen: So habe die AK im Vorjahr auch 167 burgenländische dayli-Mitarbeiter sowie etwa 100 Beschäftigte der Alpine Bau nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beraten.

2013 wurden - ohne die Ansprüche früherer dayli- und Alpine-Mitarbeiter - für die betroffenen Arbeitnehmer Forderungen von rund 6,4 Mio. Euro angemeldet. Gegenüber 2012 (5,5 Mio. Euro) betrug die Steigerung 15 Prozent.

AK-Chef mit Kritik am Regierungsprogramm

Die meisten Pleiten-Opfer gab es mit 181 Arbeitnehmern im Burgenland in der Baubranche, gefolgt von der Sparte Metall (148 Betroffene). Offene Forderungen von Arbeitnehmern sind durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) gesichert.

Arbeiterkammerpräsident Alfred Schreiner übte in dem Zusammenhang Kritik am Regierungsprogramm, das eine Senkung der IEF-Beiträge für Unternehmen um 0,1 Prozentpunkte von 0,55 Prozent auf 0,45 Prozent des Bruttoentgelts der Beschäftigten vorsehe.

Während diese Senkung überhaupt keine Entlastung bringe, gefährde sie die Absicherung von Tausenden burgenländischen Arbeitnehmern, wenn ihr Unternehmen Pleite gehe, erklärte Schreiner. Die Beiträge dürften deshalb "keinesfalls gesenkt werden".