Erstellt am 08. Januar 2013, 13:22

Weniger Pfusch für 2013 erwartet. Die für das gerade erst begonnene Jahr 2013 prognostizierte positive Wirtschaftsentwicklung sollte sich auch bremsend auf den "Pfusch" auswirken.

Der Wert der Schattenwirtschaft wird heuer um 1,5 Prozent auf 19,32 Milliarden Euro sinken, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Linzer Volkswirtschaftsprofessors Friedrich Schneider. Während in den Jahren 2009 und 2010 aufgrund der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Kurzarbeit und steigenden Arbeitslosigkeit die Schattenwirtschaft noch auf über 20 Mrd. Euro gestiegen war, rechnet Schneider für 2013 zum dritten Mal in Folge aufgrund der positiven Wirtschaftsentwicklung mit einem Rückgang - in Summe seit 2008 um 4,23 Prozent. In den neuesten Berechnungen ist ein von Wifo und IHS prognostizierter Anstieg des offiziellen BIP um 0,8 Prozent berücksichtigt.

Mit 39 Prozent halten Baugewerbe und Handwerksbetriebe auch weiterhin den größten Anteil an der Schattenwirtschaft. Hier werden 2013 durch Pfusch 7,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Ebenfalls fleißig schwarzgearbeitet wird demnach in sonstigen Gewerbebetrieben und haushaltsnahen Dienstleistungen, etwa bei Nachhilfen, Friseuren oder beim Babysitten. Hier werden 3,3 Mrd. Euro am Fiskus vorbeiverdient, ein Anteil von 17 Prozent.

Jeweils 16 Prozent bzw. 3,1 Mrd. Euro entfallen auf andere Gewerbe- und Industriebetriebe (Kfz, Maschinen, u.a.) und Dienstleistungsbetriebe wie Hotels und Gaststätten. In der Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche werden 2,3 Mrd. Euro bzw. 12 Prozent nicht versteuert, so die Berechnungen von Schneider.

"Pfuschen" stößt bei der österreichischen Bevölkerung auf großes Verständnis. Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Vorjahr liegt Schwarzarbeit unverändert an der Spitze der akzeptierten Kavaliersdelikte, 44 Prozent der Österreicher zeigen sich dahingehend kulant. Für 31 Prozent ist es demnach durchaus okay, auch selbst der Schwarzarbeit nachzugehen, so Schneider.

Größter Verlierer des Pfusch ist der Staat, dem hauptsächlich Sozialversicherungsbeiträge entgehen. Schneider spricht von 2,0 bis 3,5 Mrd. Euro pro Jahr. Die Steuerverluste halten sich dagegen in Grenzen, da das schwarz verdiente Geld sofort wieder in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben werde.