Erstellt am 27. September 2011, 09:37

Weniger Unternehmens-, aber mehr private Pleiten. Während bei den Unternehmen in den ersten drei Quartalen insgesamt weniger Insolvenzen angefallen sind, rutschten immer mehr Private in die Pleite.

In den ersten neun Monaten 2011 wurden 2.477 Firmeninsolvenzen eröffnet, um 5,3 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Bei den Privaten nahm die Zahl der Konkurse um 8,2 Prozent auf 7.353 zu, teilte der Gläubigerschutzverband KSV 1870 mit.

Zusammen mit den mangels Vermögen nicht eröffneten Insolvenzen waren insgesamt 4.462 Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen, um 6,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Firmenpleiten betrafen um 10,3 Prozent weniger Dienstnehmer als in der Vorjahresperiode, nämlich 15.700. Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten aus den Unternehmensinsolvenzen lagen bei 2,0 Milliarden Euro und damit um 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten aus Privatkonkursen lagen bei 889 Millionen Euro, fast identisch mit dem Vorjahreswert von 888 Mio. Euro. Pro Kopf lagen die Verbindlichkeiten also im Schnitt bei rund 120.900 Euro.

Die heuer bisher größte Pleite war die des Immobilien-Fondsanbieters R-Quadrat bzw. der Firmengruppe, die mit 93,5 Mio. Euro zu Buche schlug. Am zweiten Pleitenrang liegt der Photovoltaik-Zellproduzent Blue Chip Energy in Güssing mit 78,1 Mio. Euro, gefolgt von der Goldmann-Druck AG in Tulln mit 65,5 Mio. Euro. Pleitenanfälligste Branchen waren die Unternehmensbezogenen Dienstleistungen vor der Bauwirtschaft und dem Gastgewerbe. Gemessen an den Passiva liegt hier die Branche Verkehr/Nachrichtenübermittlung am dritten Rang.