Erstellt am 04. Mai 2011, 00:00

„Werden alles einklagen“. BEWAG / Die beiden Ex-Vorstände Hans Lukits und Josef Münzenrieder wehren sich gegen die fristlose Vertragskündigung.

Auffassungsunterschiede: Die beiden BEWAG- Vorstände Hans Lukits (r.) und Josef Münzenrieder verabschieden sich nach vielfachen Diskussionen. BVZ  |  NOEN

Bereits Ende März berichtete die BVZ, dass die beiden ehemaligen BEWAG-Vorstände Hans Lukits und Josef Münzenrieder noch Aufträge erteilt hatten, als ihr Abgang bereits besiegelt war (siehe Faksimile). Am Montag gab die BEWAG die fristlose Kündigung der noch bestehenden Verträge bekannt. Grund: „Insbesondere bei den IWP-Projekten (International Windpower) seien deutliche Hinweise auf grobe Pflichtverletzungen aufgetreten.“ Eine vertiefende Prüfung durch einen unabhängigen Rechtsanwalt und einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer wurde beschlossen. „Sollte dabei der dringende Verdacht auf grobe Pflichtverletzungen und Verfehlungen bestätigt werden, die einen Schaden für die BEWAG bewirkt haben, so müsste dieser bei den alten Vorständen eingeklagt werden“, heißt es vonseiten der BEWAG. „Daher werden ab sofort die Zahlungen an Lukits und Münzenrieder eingestellt, um etwaige Schadenersatzansprüche gegenrechnen zu können.“ Weiters heißt es, dass für beide Herren die Unschuldsvermutung gelte. Aufsichtsratschef Josef Kaltenbacher sieht ein kommendes Gerichtsverfahren als sehr wahrscheinlich. „In welcher Höhe der Schaden tatsächlich sein wird, wissen wir noch nicht“, meint er. Ob er schon mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, dass der Aufsichtsrat zu spät reagiert habe? „Nein, denn auch als Aufsichtsrat kann man nicht alles lückenlos kontrollieren.“

„Schweinerei“, schimpft  Ex-Vorstand Hans Lukits

Ewald Weninger, der Anwalt von Lukits und Münzenrieder, zu den neuesten Entwicklungen: „Wenn solche Vorwürfe erhoben würden, wären sie falsch. Bisher wurden den beiden Herren gegenüber solche in keiner gesetzmäßigen Form zur Kenntnis gebracht.“ Das bestätigt auch Lukits. „Wir bekommen momentan nur Informationen von Leuten, die uns etwas ‚zustecken‘ oder über Mitarbeiterinformationen von Ex-Mitarbeitern“, beschwert er sich über die Vorgangsweise. Und schimpft weiter: „Diese Vorwürfe sind alle unberechtigt, eine Schweinerei!“ Was den beiden genau vorgeworfen wird, kann Lukits selbst nur vermuten, nämlich dass es sich um ein Windparkprojekt in Ungarn handeln könnte, bei dem es zu Verzögerungen kam. Gefallen werde man sich das nicht lassen. „Wir haben auf vieles verzichtet und werden jetzt alles einklagen“, so Lukits. „Und ich bin jetzt schon neugierig, wer diese Kosten tragen wird“, so Lukits abschließend.