Erstellt am 02. September 2013, 14:39

Westbahn erhöht die Preise für Pendler. Die mehrheitlich private Westbahn erhöht ab kommender Woche die Preise für Pendler in der Ostregion, also rund um Wien.

Jahres-, Monats-, Wochen- und Tageskartenbesitzer zahlen ab 9. September zwischen Montag und Freitag vor 9.00 Uhr und ab dem Nachmittag bis 19.00 Uhr einen Aufpreis von 2 Euro pro Fahrt - wer auf der Strecke Amstetten-Wien unterwegs ist, zahlt um 3 Euro mehr. Für die VOR- und VVNB-Zeitkartenbesitzer wird es aber auch eine Monatsaufpreiskarte um 69 Euro geben, kündigten der Vorstand der Westbahn-Mutter Rail Holding AG, Clemens Schneider, und Westbahn-Geschäftsführer Erich Forster, am Montag an. An den Tarifen für Einzelfahrten ändert sich nichts.

"Die Pendler sind bei uns sehr willkommen, aber mit den Kapazitäten sind wir am Ende - in Peak-Zeiten ist der Zug voll", berichtete Schneider. Standardkunden, die eine weitere Strecke zurücklegen wollen und entsprechend mehr zahlen würden, finden keinen Platz mehr. "Es ist eine absolut schwierige Situation, da wir einen Umsatz erzielen, der in keiner Relation zu den Kosten steht", so Forster. Die Bedienung der Pendlerflut sei derzeit "wirtschaftlich nicht darstellbar".

ÖBB bekommt Stützung, Westbahn nicht

Der Konkurrent ÖBB bekommt für die Zeitkartensozialtarife eine Stützung vom Bund, die Westbahn nicht. Das Verkehrsministerium habe die von ihr beantragte Leistungsbestellung kürzlich abgelehnt. "Ohne Stützung können wir uns die Pendler nicht mehr leisten", sagte der Westbahn-Chef. Zusätzliche Züge seien auch keine Option.

Die geänderte Parkraumbewirtschaftung in Wien (Ausdehnung der Pickerl-Zonen) hat die Zahl der Bahnreisenden in die Höhe getrieben - vor allem aber jene der Pendler. Allein in der Ostregion rund um Wien habe sich die Zahl der Passagiere im ersten Halbjahr 2013 gegenüber der Vorjahresperiode um 110 Prozent erhöht. "Hier wurde eine Entwicklung ausgelöst, die die anderen Bundesländer nicht haben", so Forster.