Erstellt am 04. Juni 2012, 19:06

Westbahn-Geschäftsführer Wehinger soll gehen. Der Geschäftsführer der mehrheitlich privaten Westbahn, Stefan Wehinger, soll Ende Juni den ÖBB-Konkurrenten wieder verlassen, schreibt der "Standard". Als Grund für den Abschied des Vorarlbergers und ehemaligen ÖBB-Personenverkehrsvorstands werden Differenzen mit Westbahn-Miteigentümer Hans-Peter Haselsteiner genannt. Weder Wehinger noch Haselsteiner gaben einen Kommentar zum Bericht ab.

Die Westbahn hatte vor fast sechs Monaten, am 11. Dezember 2011, auf der Strecke Wien-Salzburg den Betrieb aufgenommen und macht seitdem der Staatsbahn ÖBB Konkurrenz. Eigentümer der Muttergesellschaft Rail Holding AG sind zu je 25,93 Prozent die französische Staatsbahn SNCF, der Strabag-Chef Haselsteiner mit seiner Familien-Privatstiftung sowie Wehinger. Den Rest hält die Schweizer Augusta-Holding, die Investoren vertritt.

Im Mai hatte Wehinger eingeräumt, dass der Umsatz 20 Prozent unter Plan liege. Dies sei auf die Billigpreispolitik der ÖBB zurückzuführen. Laut Insidern muss die Westbahn eine Kapitalerhöhung durchführen, Wehinger könne da nicht mitziehen und werde daher aussteigen, hieß es aus informierten Kreisen zur APA. Die französische Staatsbahn hat mehrfach betont, sie sehe die Westbahn-Beteiligung als strategisches Investment im europäischen Bahnmarkt.

Wehinger habe seine Anteile bereits verkauft, schreibt das Nachrichtenmagazin "Format" online. Der ehemalige ÖBB-Personenverkehrsvorstand soll für den Verkauf der Anteile kolportierte zehn Mio. Euro bekommen.

Wehingers 25,93 Prozent-Anteil sollen die Miteigentümer, die französische Staatsbahn SNCF, die Haselsteiner Privatstiftung und der Investor Erhard Grossnigg übernehmen, so "Format" unter Berufung auf das Umfeld von Wehinger. Als neuer Westbahn-Chef könnte Erich Forster, zuletzt Chief Commercial Officer bei der Westbahn, nachrücken, so das Magazin.