Erstellt am 24. November 2011, 14:01

Westbahn startet mit Preiskampf gegen ÖBB. 17 Tage vor Aufnahme des Betriebs hat die neue Westbahn bei der Präsentation ihrer Mobilitätspartner einen Preiskampf gegen die ÖBB angekündigt - und zwar in beide Richtungen. Westbahn-Geschäftsführer Wehinger ließ mit scharfen Tönen gegen die ÖBB aufhorchen.

Einerseits will die Westbahn mit einem "Eröffnungsangebot" von 7,50 Euro für Wien-Salzburg Bahnfahrer mit einem Billigticket locken.

Andererseits will die Westbahn die ÖBB wegen derer Billigangebote klagen: "Wir wollen kippen, dass auf subventionierten Strecken Billigtickets der ÖBB angeboten werden", so Wehinger. 7.500 Tickets zum Preis von 7,50 Euro bietet die mehrheitlich private Westbahn auf ihrer Homepage für die Strecke Wien-Salzburg an. Die Tickets gelten für eine Einzelfahrt in der Zeit von 11. Dezember bis 31. Jänner. Die Westbahn will damit das ÖBB-Angebot zur Eröffnung des renovierten und ausgebauten Westbahnhofs noch übertreffen bzw. ihre eigenen Tickets zum Halbpreis der ÖBB anbieten. Die ÖBB bieten für den Buchungs- und Reisezeitraum bis 31. Jänner 25.000 Tickets um 15 Euro für Fahrten auf der Strecke Wien-Bregenz an. Der Reisetag darf kein Freitag, Sonn- oder Feiertag sowie kein Adventsamstag sein.

Westbahn-Investor Haselsteiner hatte bereits mit seiner Ankündigung, die ÖBB wegen seiner Ansicht nach zu niedriger Ticketpreise zu klagen, für Aufregung gesorgt. Sein Partner Wehinger, ehemals ÖBB-Personenverkehrsmanager, legte heute nach: Der Monopolist ÖBB habe "Kampfpreise" auf subventionierten Strecken. Die Wettbewerbshüter sollten entscheiden, "ob man auf subventionierten Strecken Tickets verschleudern kann".

Die Westbahn bleibt dabei: Rauchen im Zug soll bei dem neuen mehrheitlich privaten Bahnbetreiber erlaubt sein. In den Westbahn-Zügen werde es Raucherbereiche geben, bestätigte Wehinger. "Am 11. Dezember um 5.32 Uhr in unserem ersten Zug dürfen Sie rauchen." Ob dann eine Anzeige dagegen erhoben und die Westbahn in den folgenden Zügen daran gehindert werde, werde man noch sehen.

Auf die Südbahnstrecke zieht es den neuen Bahnbetreiber nicht: Die Südbahn sei eine "hochsubventionierte Strecke", sagte Wehinger. "Es wäre ökonomischer Selbstmord, hier zu fahren". Trotzdem fordert er Ausschreibungen für alle Bahnverbindungen, an denen sich dann auch die Westbahn beteiligen würde.