Erstellt am 28. November 2012, 12:33

Widerstand gegen Auslaufen der Milchquote vorbei. Landwirtschaftsminister Berlakovich hat beim sogenannten Doorstep zum EU-Agrarministerrat am Mittwoch eingestanden, beim Kampf für eine Verlängerung der Milchquote wenig Unterstützung von weiteren EU-Mitgliedsstaaten erhalten zu haben und damit das Auslaufen in drei Jahren zu akzeptieren.

"Wir müssen die Realität sehen und hier ist die Milchquote nicht die Antwort", so Berlakovich. Bauern haben bisher entsprechend ihrer Milchlieferung der Vorjahre ein Lieferrecht (Quote) zugeteilt bekommen. Mit dieser Maßnahme wollte die EU die Milchproduktion begrenzen.

Auch die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner meinte, es habe bei der Milchproduktion - "die über Jahrzehnte ein regulierter Markt war und letztendlich planwirtschaftlich lief "- lange genug Übergangszeit gegeben. "Jetzt geht es eben Richtung soziale Marktwirtschaft", so Aigner.

Beide Minister sahen die von den Bauern gewünschte "Monitoring-Stelle" tendenziell kritisch. Europäische Milchbauern, darunter 60 aus Österreich, hatten am Montag und Dienstag gegen den "geringen Milchpreis" von derzeit rund 30 Cent für die Hersteller protestiert. Aigner meinte dazu, sie habe Verständnis, "die Situation ist aber nicht so schlimm wie 2009". Und: "Marktschwierigkeiten gibt es nicht nur in der Milchwirtschaft."

Laut Berlakovich schaffe das "Europäische Milchpaket" Abhilfe in Sachen Auslaufen der Milchquote, weil die Wertschöpfung für die Bauern gestärkt werde. Das Paket beinhaltet etwa die Schaffung von Branchenorganisationen und Erzeugerverbänden, so Berlakovich, "um ordentliche Vertragsbeziehungen zu den Molkereien" für die Bauern zu garantieren.

In Österreich seien die Molkereien aber ohnehin in "Bauernhand". Für die Alpenrepublik sei jedenfalls der eingeschlagene Weg der Qualität der richtige: "Österreich kann nur so punkten", sagte der Minister und nannte als Beispiel die Heumilch-Initiative.