Erstellt am 30. Dezember 2011, 12:48

Wiener Börse gibt sich für 2012 optimistisch. Nach einem satten Kursminus von 35 Prozent und nur einem Börsengang (AMAG) im heurigen Jahr übt sich die Wiener Börse AG für 2012 in Optimismus.

Sollte sich das Marktumfeld "überraschenderweise" positiv entwickeln, rechnen die Börsevorstände Michael Buhl und Heinrich Schaller "mit einer Steigerung der Aktienkurse" sowie mit "neuen Börsengängen".

"Wir sehen derzeit einen Trend zu kurzen IPO-Fenstern und wir wissen auch von Börsekandidaten in der Warteschleife", so Buhl am Freitag. Insgesamt flossen heuer Unternehmen über die Wiener Börse 1,3 Milliarden Euro (davon 412 Millionen Euro durch Börsegang und 898 Millionen Euro durch Kapitalerhöhungen) an neuem Kapital zu.

Einen zentralen Grund für die anhaltende Unsicherheit sehen die Wiener Börse-Vorstände in der ihrer Meinung nach "zunehmenden Intransparenz der außerbörslichen Finanzmärkte". Sie rechnen vor: "Im europäischen Durchschnitt erfolgen 47 Prozent des Aktienhandels an den Börsen, der Anteil des außerbörslichen Handels beträgt 38 Prozent, der Rest entfällt auf die sogenannten multilateralen Handelsplattformen." Im Derivativbereich nehme der außerbörsliche Handel eine noch gewichtigere Rolle als die Börsen ein. "Die geregelten Märkte haben sich in der Krise bewährt, was die Politik leider ignoriert. Vielmehr werden sowohl auf EU- als auch auf österreichischer Ebene unterschiedliche Maßnahmen überlegt, die nur die geregelten Märkten betreffen und diesen schaden", kritisiert Schaller.

Kein gutes Haar lässt er erwartungsgemäß an der geplanten EU-weiten Finanztransaktionssteuer. Auch hierzulande wünscht sich Schaller eine steuerschonendere Behandlung der Investoren. "In Österreich hemmt zusätzlich die Wertpapier-KESt die Liquidität an der Wiener Börse, auch weitere 'kapitalmarkt-feindliche' Steuerideen, wie die Wiedereinführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern oder ein allfälliger Zuschlag zur Einkommenssteuer mindern die Attraktivität des österreichischen Kapitalmarktes", gibt er zu bedenken.