Erstellt am 20. Juli 2012, 13:37

Wiener Parkpickerl: Diskussion in Niederösterreich dauert an. Die Diskussion um die Ausweitung der Wiener Parkraumbewirtschaftung dauert auch in Niederösterreich an: Die Grünen wollen einen Bundesländergipfel, die NÖ Christgewerkschafter fordern ein "Ende des Wiener Pendlernepps".

In der Bauweltstraße und am Bahnhof-Parkplatz gibt es bereits frühmorgens keine Parkplätze. Beim KUZ wurde vor kurzem ein Parkplatz nur für die Neue Mittelschule reserviert.  |  NOEN, VOGLER
Die Landes-SPÖ ortet dagegen "Versäumnisse in Niederösterreich", die Volkspartei NÖ reagiert mit der Feststellung, dass "Rot-Grün für die Parkpickerl-Misere in Wien verantwortlich" sei.

Eine Debatte über die Wiener Parkraumbewirtschaftung sollte Niederösterreich und das Burgenland miteinschließen, stellte Klubobfrau Madeleine Petrovic (G) am Freitag via Aussendung fest. Immerhin seien 300.000 Pendler in diesen Bundesländern unterwegs. "In Verhandlungen hätten wir die Sicht Niederösterreichs gerne dar gestellt. Nur kam es dazu nie." Daher lade sie zum Bundesländergipfel, so Petrovic.

Die Wiener Stadtregierung würde mehr als 200.000 niederösterreichische Pendler abzocken, kritisierten die NÖ Christgewerkschafter. Sie haben daher unter ihrer Facebook-Seite eine Plattform eingerichtet und laden alle Pendler ein, ihren Unmut kundzutun - der dann an Bürgermeister Michael Häupl (S) und Vizebürgermeisterin Verkehrsstadtträtin Maria Vassilakou (G) weitergeleitet werden soll.

Aussagen aus Wien über die seit mehr als einem Jahr bekannten Planungen zur Ausweitung der Parkpickerlregelung würden "leider auch Versäumnisse in Niederösterreich" aufzeigen, merkte Landesgeschäftsführer Günter Steindl (S) an. Er vermisse Verhandlungen, die Verkehrslandesrat Karl Wilfing (V) führen hätte müssen. Nun stehe Niederösterreich "als Bittsteller auf der Fußmatte der Bundeshauptstadt", die niederösterreichischen Pendler stünden vor einem neuen Anschlag auf ihre Brieftaschen und ihr Einkommen.

"Faktum ist, dass Rot-Grün für die Parkpickerl-Misere in Wien verantwortlich ist. Da können sich auch SPÖ und Grüne in Niederösterreich nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen", konterte LAbg. Hans Stefan Hintner (V).

Der Mödlinger Abg. Hannes Weninger (S) will indes "auf Öffis setzen" statt um Parkplätze zu streiten. Er forderte daher am Freitag für den Verkehrsverbund Ostregion (VOR) eine einheitliche Jahreskarte zum Preis von 365 Euro. "Ein Euro pro Tag für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wäre ein echtes Angebot."