Erstellt am 21. August 2012, 08:48

Wienerberger im Sog der Konjunkturkrise. Nach einem witterungsbedingt schlechten Start ins Jahr 2012 ist die Wienerberger zum Frühjahr nun vollends in den Sog der europäischen Konjunktur- und Vertrauenskrise geraten.

Das um Einmalfaktoren bereinigte operative Ergebnis Ebit fiel nach zwei Quartalen um 85 Prozent auf 4,1 (27,1) Mio. Euro, teilte der Baustoffkonzern mit. Vorstandschef Heimo Scheuch will bis Ende 2013 40 Mio. Euro einsparen.

Zum Halbjahr 2012 ist der Umsatz lediglich wegen der Konsolidierung der Pipelife um fünf Prozent auf 1,04 Mrd. (986 Mio.) Euro gewachsen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank hingegen um 16 Prozent auf 104,1 (123,4) Mio. Euro. Vorstandschef Scheuch plant ein weiteres Sparpaket, neben Zusammenlegungen soll es dabei zu weiteren""Einmottungen" kommen. Die Cash-Kosten dafür belaufen sich auf zusammen 15 Mio. Euro. Darüber hinaus werden Investitionen reduziert. Bereits 2009 hatte Wienerberger ein damals freilich wesentlich größeres Sparpaket schnüren müssen, das bis zu 58 zeitweise oder temporäre Fabriksschließungen umfasst hatte.

"In den letzten Monaten hat sich das makroökonomische Umfeld merklich verschlechtert und in der Folge sich auch die Bautätigkeit in Europa wieder abgeschwächt", sagte Scheuch,, der von einer "Vertrauenskrise in Europa" sprach. Auch der bisher starke polnische Markt, der größte in CEE, weise seit der Fußball-EM einen "deutlich rückläufigen Trend" auf. In Frankreich, Belgien und den Niederlanden schwächte sich die Bautätigkeit ab, in Deutschland sei die Abschwächung geringer. Als Positiva nannte Scheuch Preiserhöhungen um vier Prozent, das weniger konjunkturabhängige Geschäft der Rohrtochter Pipelife sowie eine leichte Erholung in den USA. Umsatzprognose könne keine gegeben werden, "wir hoffen, im Gesamtjahr einen Gewinn zu machen".