Erstellt am 25. Februar 2013, 13:17

Wifo behält Wachstumsprognose für Österreich bei. Österreichs Wirtschaft wird 2013 voraussichtlich um ein Prozent real wachsen.

Diese Prognose von Dezember wird das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) nach Angaben ihres Leiters Karl Aiginger - trotz des erwarteten BIP-Rückgangs in der Eurozone - auch bei der nächsten vierteljährlichen Vorschau im März beibehalten können, kündigte der Wifo-Chef am Montag an. Österreich entwickle sich bereits zwölf Jahre besser als die Eurozone, das sei "ganz ungewöhnlich" - derzeit sogar mit einem Prozentpunkt Wachstumsvorsprung, sagte Aiginger im Klub der Wirtschaftspublizisten.

"Todsünden" in Österreich seien aber etwa die schon über 50 Prozent des BIP liegende Staatsquote (aus Steuern und Abgaben) trotz großer Ineffizienzen des Staates, das teure Schulsystem, obwohl dennoch 25 Prozent der Abgänger nicht sinnerfassend lesen könnten, oder die Spekulationstätigkeit von Ländern und Gemeinden mit öffentlichen Geldern.

Oberste Priorität müssten Reformen des Bildungssystems sowie der Verwaltung haben, sagte der Wifo-Chef. Auch in vielen anderen Bereichen müsse sich Österreich fragen: "Wo will ich im Jahr 2025 sein?"

Aiginger hofft auch auf eine stabile Regierung in Italien nach den jetzt laufenden Parlamentswahlen. Ein Wiedereinstieg von Silvio Berlusconi wäre aus seiner Sicht aber "ein großes Problem für die Glaubwürdigkeit. Italien habe mit seinen Reformen begonnen, sei aber noch nicht über den wichtigsten Punkt. Das Land benötige jetzt eine stabile Regierung - zumindest in einer der beiden Parlamentskammern sollte es Stabilität geben.

In Zypern könnte es jetzt nach den Präsidentenwahlen "zu einer positiven Lösung kommen", hofft Aiginger. Es werde einen Schuldenschnitt geben müssen, auch für private Gläubiger - und man müsse über eine Wiedervereinigung der geteilten Insel reden. Schließlich habe auch der neugewählte Nikos Anastasiades einmal einer solchen Lösung zugestimmt. "Es war ein Fehler, Zypern ohne Wiedervereinigung in die EU aufzunehmen, und das könnte man jetzt lösen", so der Wifo-Chef.