Erstellt am 31. August 2011, 14:58

Wifo-Chef Aiginger: Bei Grundvermögen ansetzen. Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Karl Aiginger, will neue Vermögensteuern im Austausch mit einer Entlastung des Faktors Arbeit verstanden wissen. Als sinnvoll schiene es ihm, dabei zumindest die Grundsteuer zu erhöhen, sagte Aiginger.

Wohnungen bis 80 Quadratmeter und Grundstücke bis 300 Quadratmeter könnten ausgenommen sein. Laut Aiginger könnte man es bei kleineren Grundstücken beim jetzigen System der Einheitswertfeststellung belassen, mit laufender Inflationsabgeltung. Bei größeren Grundstücken könnte man hingegen "die Inflation der letzten zehn Jahre nachholen."

Als Kompromiss könnte beim Grundvermögen auch eine Harmonisierung der steuerlichen Behandlung von Wertsteigerungen beim Verkauf gewählt werden sowie eine gesonderte Steuer bei Umwidmungen. Die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer wäre für Aiginger "auch sinnvoll, wenn technisch durchführbar. Also wenn nicht große Vermögen wieder vorher an Stiftungen übergeben werden können."

Ob sich die Parteien beim Finanzvermögen verständigen können, sei eine politische Frage. Dazu gab Aiginger heute ebenso wenig Schätzungen ab wie zum möglichen Ertrag neuer Vermögensteuern. Kanzler Faymann hatte gestern von bis zu 2 Mrd. Euro gesprochen.

In jedem Fall befürwortet Aiginger eine Finanztransaktionssteuer, "die dort ansetzt, wo es Spekulation gibt."