Erstellt am 21. August 2012, 12:51

Wifo-Chef Aiginger gegen griechischen Euroaustritt. Wifo-Chef Karl Aiginger hielte einen Rauswurf bzw. Austritt Griechenlands aus der Eurozone für keine gute Idee. Neben "sehr großen Problemen" für den Schuldenstaat selbst würde es nach Meinung des Ökonoms die ganze Region in Südosteuropa mitreißen.

"Es würde dann einen Dominoeffekt geben, im ganzen Balkan würde es Erschütterungen geben", warnte Aiginger Montagabend. In Griechenland würde die Wirtschaft "einmal für zwei Jahre zusammenbrechen". Letztendlich bedeute der Rausschmiss Hellas'"das Ende der Eurozone". Es würde dann versucht werden, gegen Portugal und Spanien zu spekulieren. Nicht nur für schwache Staaten, sondern auch für Länder im "Stabilitätsblock" hätte dies negative Folgen. "Der würde sehr stark aufwerten und wir hätten große Schwierigkeiten, unsere Exporte zum Beispiel nach Amerika und nach Asien durchzuführen, weil sie wesentlich teurer würden", so der Wifo-Chef.

Die kolportierten Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB), so lange Staatsanleihen maroder Staaten aufzukaufen, bis der Zinssatz auf ein bestimmtes Niveau gesunken ist, verteidigte Aiginger. Für ihn ist das Programm "keine Hilfe, sondern eine Obergrenze". Finanzmärkte gäben richtige Signale. "Wenn jetzt in dem Land das Defizit zu hoch ist, steigen die Zinssätze, aber sie geben dem Land nicht die Zeit, die es benötigt, das zu ändern." Nun sollen die Krisenstaaten einen Zinssatz bekommen, zu dem sie sich während der Sanierungsphase refinanzieren können. Und zwar, "indem die EZB eine Garantie für einen Höchstzinssatz gibt, der nicht unabhängig ist", sondern an Bedingungen - etwa, ob Reformprogramme wirklich umgesetzt werden - geknüpft sei.

Auf die Frage, ob das im Extremfall aufkaufen, aufkaufen, aufkaufen hieße, respektive die Zentralbank die Notenpresse extrem anwerfen müsste, meinte Aiginger: "Das ist das, was die Schweiz tut, wenn sie die Grenze ihrer Währung verteidigt. Das ist das, was Amerika tut. Das ist die Aufgabe einer Zentralbank - dafür zu sorgen, dass es Stabilität gibt."