Erstellt am 23. Januar 2013, 11:24

Wifo erwartet weltweites BIP-Plus. Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erwartet für die Jahre 2012 bis 2017 ein weltweites Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 4,0 Prozent jährlich.

Damit würde die globale Ökonomie auf einen ähnlichen Kurs wie 2002/07 einschwenken (+4,3 Prozent). Zwischen 2007 und 2012 waren es nur 2,9 Prozent. Das Wifo warnte aber vor den Auswirkungen der Sparpakte einiger EU-Länder. Am langsamsten von der Wirtschaftskrise erholen sich die 27 EU-Länder, die 2012/17 im Schnitt 1,4 Prozent BIP-Anstieg pro Jahr erreichen dürften, wie das Wifo am Mittwoch bekanntgab. Das ist weit von den jährlich +2,5 Prozent entfernt, die es vor der Finanzkrise gegeben hat. Allerdings schrumpfte die EU-27 von 2007 bis 2012 durchschnittlich um 0,1 Prozent pro Jahr.

Nachbar Deutschland, der wichtigste Außenhandelspartner Österreichs, dürfte sein Wachstum in der neuen Periode 2012/17 von 0,7 auf 1,5 Prozent beschleunigen können, bleibt damit aber ebenfalls - leicht - unter den Vorkrisen-Raten von +1,7 Prozent zurück. Sechs neue EU-Länder dagegen (Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Slowakei) dürften jetzt um 3,1 Prozent jährlich wachsen, nach +1,6 Prozent p.a. nach und immerhin 5,4 Prozent p.a. vor Ausbruch der Finanzkrise. Russlands Wachstum dürfte sich nun auf 4,1 Prozent pro Jahr beschleunigen, nach 1,8 Prozent bis 2007 und sogar 7,5 Prozent p.a. im Zeitraum 2007 bis 2012.

Das Wifo warnt, dass das Mittelfrist-Wachstum Europas durch die Umsetzung des Fiskalpakts nachhaltig gedämpft werden könnte, "wenn versucht wird, das Ziel eines strukturellen Defizits von unter 0,5 Prozent des BIP rasch und mit radikalen Sparmaßnahmen zu erreichen (wie etwa in Spanien)". Immerhin 25 der 27 EU-Länder hätten 2012 konjunkturbereinigt ein Defizit von mehr als 0,5 Prozent des BIP aufgewiesen, der EU-Durchschnitt lag laut Wifo bei 2,7 Prozent. "Wenn alle diese Länder gleichzeitig ihre Konsolidierungsmaßnahmen intensivieren, werden einander die negativen Rückkoppelungseffekte verstärken", betont das Institut.