Erstellt am 20. Januar 2012, 12:13

Wifo: Euro-Krise dämpft Wirtschaftswachstum. Eine deutliche Erholung der Weltwirtschaft prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) ab dem nächsten Jahr in seiner am Freitag veröffentlichten neuen Mittelfrist-Prognose

Die Weltproduktion wird sich demzufolge nach 2012 merklich erholen und mittelfristig um 4,1 Prozent pro Jahr zunehmen.

Ein überdurchschnittliches Wachstum wird für die Schwellenländer, vor allem China und Indien, aber auch für die großen EU-Staaten in Ostmitteleuropa sowie auch die USA erwartet. Im Euro-Raum soll die Expansion wegen der Unsicherheit über die Bewältigung der Zinsen- und Schuldenkrise gedämpft sein, ebenso in Japan.

Die Wifo-Prognose geht davon aus, dass die Unsicherheit über die Bewältigung der Zinsen- und Schuldenkrise im Euro-Raum noch einige Zeit bestehen bleibt. Daher dürfte sich der Euro weiter leicht abschwächen und 2012/2016 im Schnitt bei 1,26 Dollar liegen. Der Erdölpreis dürfte, nach einem konjunkturbedingten Rückgang auf 95 Dollar je Barrel (Brent) im Jahr 2012, bis 2016 wieder auf etwa 110 Dollar steigen. Über den gesamten Prognosezeitraum wäre Erdöl demnach um etwa 21 Prozent teurer als in der letzten Fünfjahresperiode.

Die kurz- und mittelfristigen Zinsen werden für den Prognosezeitraum im Mittel auf dem niedrigsten Niveau seit 1945 erwartet. Wegen der außerordentlich lockeren US-Geldpolitik und der Euro-Krise dürfte das US-Zinsniveau um 1 Prozentpunkt niedriger sein als im Euro-Raum. Die sollte - nach Überwindung der Konjunkturschwäche im Jahr 2012 - eine kräftige Belebung der Weltwirtschaft ermöglichen.

Die Prognose wurde mit dem Weltmodell von "Oxford Economics" erstellt. Ökonometrische Prognoseverfahren implizieren, dass die in der Vergangenheit beobachteten Reaktionsmuster von Unternehmen, Haushalten und der Wirtschaftspolitik auf Änderungen ökonomischer Variabler auch in Zukunft wirksam bleiben.