Erstellt am 01. August 2013, 09:54

Wifo für Entlastung der Arbeit, höhere Grundsteuer. Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Karl Aiginger, hat sich erneut für eine Steuerreform ausgesprochen. Im "Kurier" fordert Aiginger geringere Steuern auf Arbeit und eine höhere Grundsteuer.

Zudem sollte es höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Umweltemissionen geben.

"Wir haben insgesamt eine zu hohe Abgabenquote, die vierthöchste in Europa. Wir setzen das Geld aber nicht primär für Verbesserungen im Bereich Bildung und Umwelt ein, was wir aber tun sollten", so Aiginger. "Der Faktor Arbeit ist zu hoch besteuert, das muss geändert werden."

Eine höhere Grundsteuer wäre für den Ökonomen jedenfalls sinnvoll: "Ich persönlich zahle mehr für Kanalgebühren und den ORF als für die Grundsteuer, das ist absurd. Es muss nicht sein, dass es die Bauern trifft. In den USA werden viele Häuser und Wohnungen vermietet, damit der Besitzer die Grundsteuer zahlen kann. Bei uns steht viel Wohnraum leer, das ist gesellschaftlich völliger Unsinn."

Auch in der Gewerbeordnung müsse ein Umdenken stattfinden. "Es muss viel mehr Fantasie für Kombinationen geben, die auch am Sonntag offen haben. Zum Beispiel ein Greißler mit Café und Trafik, der mit einem Zulieferdienst verbunden ist. Es muss überhaupt viel mehr Kombinationen geben können."

Österreich müsse sich eine Vision geben, wo es 2030 in einer globalisierten Welt stehen wolle, nämlich unter den Topländern Europas. "Wenn ich träume, sind wir ganz oben. Und zwar nicht nur bei der Wirtschaftsleistung, sondern auch in der Bildung, bei der Umwelt, bei der Gesundheit."