Erstellt am 20. August 2012, 19:02

Wifo kann UBS-Analyse nicht nachvollziehen. Thomas Leoni, Experte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), kann eine Analyse der Schweizer Großbank UBS über fallende Realeinkommen in Österreich seit 2000 "nicht nachvollziehen".

Weder Herkunft der Daten noch Methoden seien ausgewiesen, "die für Österreich ausgewiesenen Werte würden bedeuten, dass sich die Österreicher binnen zehn Jahren um ein Fünftel weniger Güter und Dienstleistungen beschaffen hätten können". Das sei wenig plausibel, sagte Leoni am Montagnachmittag. Leoni ist Wifo-Experte für den Bereich Arbeitsmarkt und Einkommensverteilung.

Um die Einführung der Gemeinschaftswährung für die behaupteten Effekte verantwortlich zu machen, hätten nicht nur Euroländer, sondern auch Staaten außerhalb des Währungsraumes zum Vergleich untersucht werden müssen. "Ich habe auch ein Problem damit, dass es bei Ländern, die ansonsten größere Ähnlichkeiten aufweisen, so große Einkommensunterscheide geben soll", sagte Leoni mit Blick auf die von UBS analysierten Daten von Deutschland und Österreich.

Auch und vor allem die deutschen Einkommensbezieher mussten wegen der moderaten Lohnabschlüsse im letzten Jahrzehnt Rückgänge bei den realen Löhnen verdauen, die von UBS ausgewiesenen Einkommensentwicklungen fielen jedoch in Deutschland wesentlich moderater aus als die für Österreich errechneten.